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Aktuell Kultur

Ein Preis für den Europäischen Film

In Aachen wurde die 14. Médaille Charlemagne pour les Médias Européens verliehen. In diesem Jahr ging der europäische Medienpreis an die European Film Academy (EFA) - der erste Preis für die EFA überhaupt.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, EFA-Präsident Wim Wenders, EFA-Geschäftsführerin Marion Döring, Moderatorin Meika Krüger und Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins Médaille Charlemagne (vlnr.) (Foto: DW/Christina Ruta)

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, EFA-Präsident Wim Wenders, EFA-Geschäftsführerin Marion Döring, DW-Moderatorin Meike Krüger und Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins "Médaille Charlemagne" (vlnr.)

Mit der Verleihung des undotierten Preises würdigte das Kuratorium die Arbeit der Academy: "Die European Film Academy vereint als europaweit ausgerichtete Institution Filmschaffende aus nahezu allen europäischen Ländern gemeinsam unter einem Dach. Sie gibt dadurch der Filmkultur in Europa ein Gesicht und hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Ansehen und die Akzeptanz der europäischen Filmproduktionen in den letzten Jahren - insbesondere gegenüber amerikanischen Produktionen - verbessert hat", begründete Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins "Médaille Charlemagne", die Entscheidung der Jury.

Mit dem Ziel, die europäische Filmkultur zu fördern, vereint die European Film Academy rund 3000 Filmschaffende aus ganz Europa. Dazu verleiht sie jährlich den Europäischen Filmpreis, die bedeutendste Auszeichnung für Filmschaffende auf dem Kontinent. "Beim Oscar gibt es einen Preis in der Kategorie 'Ausländischer Film'. Wir haben nur ausländische Filme im Wettbewerb", scherzte der deutsche Regisseur und Präsident der EFA, Wim Wenders, bei der Preisverleihung in Aachen. Durch den Preis könnten Filme, die sonst nur auf Festivals oder in den nationalen Kinos laufen, Bekanntheit auch im europäischen Ausland erlangen, so Wenders weiter.

Ein Statement für den Europäischen Film

Der französische Regisseur Constantin Costa-Gavras (l.) mit Marion Döring, Wim Wenders und Marcel Philipp (Foto: DW/Christina Ruta)

Regisseur Constantin Costa-Gavras (l.) mit Marion Döring, Wim Wenders und Marcel Philipp

Die Karlsmedaille, die erste Auszeichnung für die EFA überhaupt, sei ein wichtiges Statement für den Film in Europa. "Der Film ist eine wichtige Institution, um uns einander näher zu bringen", sagte Wenders.

Die Laudatio in Aachen hielt der griechisch-französische Regisseur und Oscar-Preisträger Constantin Costa-Gavras, der selbst Mitglied der Akademie ist. "Diese Akademie und ihre Menschen haben sich für die Identität Europas eingesetzt und wir versprechen Ihnen, dieses Engagement fortzusetzen", sagte er. Zu den Rednern gehörte auch der Staatssekretär bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Marc Jan Eumann: "Die EFA verkörpert auf eine ganz besondere Weise die Idee Europas", sagte er.

Ein Preis für Verdienste um Europa

Die Médaille Charlemagne pour les Médias Européens wird jährlich von dem gleichnamigen Trägerverein in Aachen vergeben. Mit ihm werden Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, "die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um den Prozess der europäischen Einigung und um die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht" haben. Zu den Preisträgern gehören unter anderem der Musiker André Rieu, die Organisation "Reporter ohne Grenzen" und der Regisseur Fatih Akin.

Es wurde politisch

Nach dem offiziellen Programm meldete sich Wenders noch einmal kurz zu Wort und forderte die sofortige Freilassung des ukrainischen Regisseurs Oleg Sentsov, der vom russischen Geheimdienst auf der Krim festgenommen worden war und seitdem festgehalten wird. Der Vorwurf: Er soll einen terroristischen Anschlag geplant haben. Sentsov drohen zehn Jahre Haft. Der Regisseur hatte die Proteste auf dem Maidan in Kiew unterstützt und die Annexion der Krim durch Russland kritisiert. Die EFA hatte auf ihrer Homepage die sofortige Freilassung Sentsov gefordert.