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Sprachbar

Ein paar Schlussworte – oder Endworte?

Schlussendlich ist das Jahresende da – oder der Jahresschluss? „Ende“ und „Schluss“ bedeuten gewissermaßen das gleiche und werden sprachlich gern verwechselt. Ein Schluss muss am Ende aber doch gezogen werden …

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Ein paar Schlussworte - oder Endworte? – die Folge als MP3

Schluss … Nein, von uns wird zumindest am Anfang keiner hören – auch wenn es bereits mal zum Wort des Jahres gewählt wurde. Außerdem ist dieser Jahreswechsel keiner in ein neues Jahrtausend, und somit beginnt auch das neue Jahrhundert erst am 1. Januar des Jahres 2100. Dennoch bietet sich natürlich der 31. Dezember an, um sich mit dem Wort „Schluss“ zu befassen – und dem Unterschied zum Begriff „Ende“.

Von Schulterschlüssen und Schluss machen

Eine Frau hält geschockt über eine SMS ihre rchte Hand vor den Mund

Mancher Partner macht per SMS Schluss

Wir müssen ja wohl nicht ausführlich darauf eingehen, dass Schluss und schließen so eng zusammengehören, dass man geradezu von einem sprachlichen Schulterschluss sprechen könnte. Außerdem wissen wir, dass natürlich jede beziehungsweise jeder von selbst diesen Schluss gezogen hätte. Wir schließen deshalb das Kapitel zunächst, bevor wir es erst richtig beginnen.

Wer nichts beginnt, braucht übrigens auch mit nichts Schluss zu machen. Diese Binsenweisheit kennen diejenigen, die mit ihrem Partner oder der Partnerin Schluss machen, weil es halt nicht mehr geht. Es wird ein Schlussstrich gezogen. Weniger dramatisch und zumindest für den Partner unproblematisch ist es, wenn jemand mit dem Rauchen Schluss macht. Ganz oft wird dieser Entschluss, künftig auf die Glimmstängel zu verzichten, an Silvester gefasst.

Die Torschlusspanik

Symbolbild: Ein Stein mit der Aufschrift Es ist nie zu spät liegt an einem Baum

Ein Tipp bei Torschlusspanik!

„Jetzt ist Schluss!“, „Schluss! Aus!“ oder einfach nur „Schluss“: So lauten die heldenhaften Entschlüsse besonders zum Jahreswechsel, wenn lasterhaften Gewohnheiten ein Ende gemacht werden soll. Von Torschlusspanik kann in diesem Fall keine Rede sein. Sie bezeichnet nämlich die Angst, zu spät zu kommen oder bereits zu spät gekommen zu sein. Im Berufsleben kann das die Torschlusspanik sein, nicht befördert zu werden, im Privatleben die Angst, keine Partnerin beziehungsweise keinen Partner zu finden.

„Torschlusspanik“ kann man sich ganz wörtlich vorstellen. Früher waren die Städte von Mauern umschlossen. Der Zugang war nur durch die Stadttore möglich. Diese aber wurden meist zu Beginn der Dämmerung geschlossen. Die Torschlusspanik war also ursprünglich die Angst, spät am Abend vor dem verschlossenen Stadttor zu stehen.

Der Ladenschluss

Wo wir gerade bei Tür und Tor sind: Was die deutschen Gemüter, Parteien und Politiker jahrelang beschäftigte, war die Debatte um den Ladenschluss. Korrekt müsste es eigentlich heißen: die Ladenöffnungszeiten. Ein vorläufiges Ende fand die Debatte um den Ladenschluss im Juni 2006, als der Deutsche Bundestag entschied, dass die Bundesländer die Geschäftszeiten selbst regeln können.

In diesem Fall könnte man zur Not sagen: „Schluss mit der Ladenschlussdebatte.“ Ladenenddebatte wäre falsch. Besonders pikant und gerade im Zusammenhang mit dem Ladenschluss von gewisser Bedeutung ist die Verwendung von „Ende“ und „Schluss“ bei den Wörtern Geschäftsschluss und Geschäftsende. Ist ein Geschäft am Ende, ist es nämlich pleite und muss für immer schließen.

Jahresschluss und Schlusslichter

Symbolbild: Eine Gruppe Walker auf einem Weg, am Ende geht ein Mann als Schlusslicht

Nicht jedes Schlusslicht muss leuchten

Fahren wir fort mit „Ende“ und „Schluss“: Kurz vor Jahresschluss macht sich mit schöner Regelmäßigkeit und nahezu überall eine ganz bestimmte Art von Hektik breit, weil ja vieles noch abgeschlossen werden muss: Die Jahresabschlussbilanz muss erstellt, Schlussberichte müssen verfasst und Reden zur Jahresabschlussfeier formuliert werden – und so weiter und so fort. Wenn sich „Ende“ hier einschleichen würde, wäre das falsch.

Es heißt auch nicht Endlicht, sondern Schlusslicht. Der Begriff entstand übrigens erst im 20. Jahrhundert im Zusammenhang mit Verkehrsregeln. So musste die letzte Person in einer Gruppe, die im Gänsemarsch auf der Straße hintereinander herging, zur Sicherheit ein rotes Licht tragen. Diese Person bildete das Schlusslicht. Wer im übertragenen Sinn das Schlusslicht ist, ist die oder der Letzte, egal ob im Sport oder im alltäglichen Leben.

Der Schlusspunkt

Setzen wir nun aber einen Schlusspunkt, finden wir Schlussworte und keine Endworte. „Schluss“ und „Ende“ bedeuten sinngemäß das gleiche: Das eine Wort leitet sich etymologisch von der Bedeutung „schließen“ ab, das andere von „Rand, äußerer Punkt“. Der Weisheit letzter Schluss ist wohl: Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied. In Abwandlung eines Faust-Spruchs könnte man sagen: „Nur der verdient sich Wissen wie die Gelehrten, der täglich es sich erobern muss.“ Also: Findet heraus, worin der Unterschied besteht.






Arbeitsauftrag
Sammelt auf einem Arbeitsbogen zehn Begriffe, in denen Schluss, Ende, schließen, enden enthalten ist. Formuliert anschließend Lückensätze, in denen der jeweilige Begriff richtig, aber auch falsch sein kann. Tauscht die Arbeitsbögen in eurer Lerngruppe untereinander aus. Diejenigen, die alles richtig haben, dürfen erklären, worin der kleine, aber feine Unterschied liegt.

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