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Sport

Ein neuer Star

Deutschlands neuer Schwimm-Held Paul Biedermann hat das Duell gegen Rekord-Olympiasieger Phelps gewonnen und den scheinbar unschlagbaren Rekord-Olympiasieger über 200 Meter Freistil mit Weltrekord entzaubert.

Paul Biedermann (Foto: AP)

"Ich bin zweifacher Weltmeister"

Paul Biedermann mit der Goldmedaille nach dem 400-Meter-Rennen (Foto: AP)

Schon über 400 Meter Freistil gab es Gold

Bei den Olympischen Spielen in Peking sorgte noch Britta Steffens mit Doppel-Gold für Furore, nun bei der WM in Rom avanciert Paul Biedermann zum neuen deutschen Schwimm-Star. Mit Weltrekord über 200 Meter Freistil sicherte sich der 22-Jährige aus Halle an der Saale sein zweites WM-Gold. Biedermann verbesserte die alte Bestmarke des 14-fachen Olympiasiegers Michael Phelps aus den USA in 1:42,00 Minuten um unglaubliche 0,96 Sekunden. Sein Jubel darüber war unmittelbar nach dem Rennen fast verhalten: "Momentan habe ich mit meinen Schmerzen zu kämpfen. Aber ich freue mich natürlich sehr. Das war ein tolles Rennen."

Phelps erlitt seine erste Niederlage bei einem großen internationalen Rennen seit fünf Jahren und scheiterte an Biedermanns Taktik, der das Rennen von Beginn an bestimmen wollte. "Ich wusste, dass Michael mir Zeit bei der Wende und beim Wechsel abnimmt. Die einzige Möglichkeit, ihn überhaupt zu schlagen, hatte ich nur während des Schwimmens."

Auf den Spuren von Michael Groß

Biedermann ist somit der einzige deutsche Weltmeister über die 200 Meter neben Schwimm-Legende Michael Groß 1982 und 1986. Sieht sich denn auch Biedermann auf dem Weg zum Superstar? "Das weiß ich nicht. Ich bin auch nicht so sehr der Typ, der sich jetzt als Star bezeichnet. Ich denke, ich bin immer noch derselbe Typ wie vorher, nur eben zweifacher Weltmeister."

Paul Biedermann während der Olympischen Spiele in Peking 2008 (Foto: AP)

Biedermann zeigte schon in Peking sein Potential

Der Heavy-Metal-Fan erfüllte sich mit dem Coup einen Lebenstraum. Zwei Tage zuvor hatte er über die doppelte Distanz gewonnen und dabei den sieben Jahre alten Weltrekord des Australiers Ian Thorpe unterboten. Doping-Verdächtigungen hat er danach zurückgewiesen. Er sei absolut sauber und allein in diesem Jahr mehr als 20 Mal kontrolliert worden, sagte Biedermann.

Mit Fleiß arbeitete sich der Praktikant der Stadtwerke Halle bis an die Spitze der Schwimmwelt. Schon bei Olympia 2008 deutete er sein Potenzial als Fünfter an. Biedermanns aktueller Erfolg ist sicherlich auch auf seinen High-Tech-Anzug zurückzuführen. Nun winken ihm Millionenverträge als deutscher Vorschwimmer.

Autor: Arnulf Boettcher (dpa, sid)
Redaktion: Thomas Grimmer

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