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Wissen & Umwelt

Ein Muskelpaket aus der Kreidezeit

Paläontologen haben in den USA eine ganz neue Dinosaurierart entdeckt. Sie gaben ihr den Namen Brontomerus – wegen der besonders muskulösen Beine. Die benutzte der Saurier wohl nicht nur, um sich fortzubewegen.

Ein Brontomerus-Weibchen verteidigt sein Jungtier gegen einen Angreifer (Foto: Francisco Gascó)

Mit einem kräftigen Tritt verjagten die Saurier Angreifer

Diese Beine sind etwas ganz besonderes – denn der Dinosaurier, dem sie gehörten, war vermutlich der stärkste aus der Gruppe der so genannten Sauropoden. Das gaben Wissenschaftler des University College in London bekannt. Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen hatten sie zwei Skelette aus einem Steinbruch im US-Bundesstaat Utah untersucht. Dabei fiel ihnen der im Vergleich zu ähnlichen Sauriern besonders große Hüftknochen auf, der viel Platz für eine überaus kräftige Beinmuskulatur bietet. Deshalb gaben die Forscher ihm den Namen Brontomerus, was so viel bedeutet wie "Donnerschenkel".

Mit Fußtritten gegen Angreifer und Konkurrenten

Die Donnerschenkel lebten während der frühen Kreidezeit vor etwa 110 Millionen Jahren in zerklüfteten und kargen Gebieten. Mit ihren kräftigen Schenkeln bewegten sie sich dort nach Einschätzung der Wissenschaftler "wie Geländewagen".

Dabei mussten sich die Pflanzenfresser wohl auch gegen gefährliche Raubtiere verteidigen. "Es gibt gute Gründe dafür, zu glauben, dass sie dazu ihre kräftige Beinmuskulatur nutzten", sagt der britische Paläontologe Mike Taylor. So könnten sie Angreifer etwa mit einem gewaltigen Fußtritt verjagt haben. Für die Männchen war dieses Verhalten wohl außerdem ein Weg, sich gegen Rivalen durchzusetzen und die Aufmerksamkeit von Weibchen auf sich zu ziehen.

Ein Baby in Kuhgröße

Forscher mit Knochen des Dinosauriers Brontomerus (Foto: Linda Coldwell)

Mike Taylor, Matt Wedel und Rich Cifelli entdeckten den Dino

Die Donnerschenkel gehörten nach Ansicht der Wissenschaftler zu den Sauropoden – den größten Tieren, die jemals auf der Erde gelebt haben. Verglichen mit anderen Arten dieser Gruppe seien sie jedoch vergleichsweise klein. Bei den beiden gefundenen Skeletten könnte es sich nach Einschätzung der Wissenschaftler um eine Mutter und ihr Junges handeln. Das Weibchen war den Berechnungen zufolge etwa 14 Meter lang und rund sechs Tonnen schwer - und damit in etwa so groß wie ein Elefant. Das Jungtier habe die Größe einer kleinen Kuh gehabt und etwa 200 Kilogramm auf die Waage gebracht.

Die Skelette der beiden Tiere wurden bereits in den 1990er-Jahren gefunden und lagerten seither unbeachtet in einem Museum in Oklahoma. "Die Museen dieser Welt sind voll von bislang unbekannten Arten", erklärt Mike Taylor. "Da gibt es für Paläontologen wie mich noch immer viel zu tun."

Autorin: Theresa Tropper (afp, dpa)
Redaktion: Nicole Scherschun

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