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Fußball

Ein mulmiges Gefühl

Im zweiten EM-Spiel trifft die DFB-Elf auf den stärksten Gegner der Gruppe C. Doch nicht nur die Polen bringen den Bundestrainer ins Grübeln, auch die Vergangenheit ist Thema beim Weltmeister.

Als die Mannschaft am Mittwoch, einen Tag vor der Begegnung mit den Polen, um kurz nach 18 Uhr das Stadion im Pariser Stadtteil St. Denis betrat, war kaum Anspannung in den Gesichtern der Nationalspieler zu sehen. Manuel Neuer ging voran. Er wirkte fokussiert, die anderen Teammitglieder folgten dem Torhüter. Einige lachten, manche unterhielten sich - es herrschte eine lockere Stimmung in den Katakomben des Stadions. Noch vor wenigen Monaten hatte das an selber Stelle anders ausgesehen. Im November erlebte das DFB-Team einen erschütternden Abend im Stade de France. Bei Terroranschlägen in Paris starben 130 Menschen, das

Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich

wurde schlagartig zur Nebensache. Spieler und Betreuerstab mussten aus Sicherheitsgründen in der Kabine übernachten.

Jetzt kehrt Bundestrainer Joachim Löw mit seiner Mannschaft zurück. "Natürlich habe ich mir auf der Fahrt den einen oder anderen Gedanken gemacht. Es kam nochmal einiges in Erinnerung", berichtete Löw, betonte aber: "Ich fühle mich sicher." Auch in der Mannschaft seien die Terroranschläge vom November "kein Thema" gewesen. "Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sich jemand unsicher fühlt. Die gesamte Konzentration gilt dem Spiel, es war nicht notwendig, das Sicherheitsthema anzusprechen." Sami Khedira bestätigte Löws Aussagen. "Es war nicht schön, so etwas erlebt zu haben", sagte der 29-Jährige. "Unsere Gedanken gelten den Opfern. Aber wir hatten nicht das Gefühl, dass wir persönlich bedroht waren."

Nicht nur Lewandowski

Man freue sich auf das Duell gegen Polen am heutigen Donnerstag(21 Uhr MESZ, ab 20:45 im DW-Liveticker) bekräftigten die Nationalspieler bereits vor wenigen Tagen. "Wir denken nur an das Spiel. Es ist wichtig, dass wir im zweiten Spiel einen Sieg holen", sagte Jerome Boateng. "Wenn wir unsere Qualitäten ausspielen, bin ich positiv gestimmt, dass wir das Spiel für uns entscheiden."

UEFA EURO 2016 Polen - Nordirland

Robert Lewandowski (l.) zeigt gegen Nordirland beim EM-Auftakt der Polen eine starke Leistung

Für Löw sind die Polen sogar die "stärkste Kontermannschaft", dementsprechend vorsichtig will die DFB-Elf agieren. Besonders groß ist der Respekt vor Bayern-Star Robert Lewandowski. "Wir wissen um die Stärke von Lewandowski, er ist ein Weltklassestürmer. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, uns nur auf ihn zu konzentrieren."

"Ich werde kein Risiko eingehen"

Wer gegen die Offensive der Polen verteidigen wird, ließ Löw noch offen, deutete aber an, nicht viel ändern zu wollen. Für Mats Hummels dürfte ein Einsatz am Donnerstag noch zu früh kommen. "Ich muss das Abschlusstraining abwarten und noch mal mit den Ärzten und Mats selbst sprechen. Ich werde aber kein Risiko eingehen", so der Bundestrainer. Vieles spricht also für Boateng und Shkodran Mustafi in der Innenverteidigung. Trotz seines ersten Länderspieltreffers gegen die Ukraine meldete Mustafi keine Ansprüche an. "Ich konzentriere mich darauf, was ich beeinflussen kann. Dazu gehört beispielsweise das Training. Alles andere entscheidet der Trainer. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da."

"Müssen öfter den Abschluss suchen"

Für die Nationalmannschaft wird das zweite Spiel bei der Endrunde in Frankreich eine echte Bewährungsprobe. In der EM-Qualifikation hatte die Löw-Elf schon einmal die Stärke der Polen zu spüren bekommen - damals verlor das DFB-Team mit 0:2. "Die größte Stärke ist, dass sie gut organisiert sind. Das ist eine kompakte, gute Mannschaft mit hervorragenden Individualisten, die unsere Spieler aus der Bundesliga aus dem Effeff kennen", lobte Löw den Gegner. "Sie sind darauf ausgelegt, schnell umzuschalten. Sie machen das besser als unser letzter Gegner, die Ukraine, weil sie variabler sind." Auch Lukas Podolski warnte vor seinem Geburtsland. "Polen hat einen großen Sprung gemacht, ist ein gefährlicher Gegner", sagte er und forderte: "Wir müssen im Gegensatz zum Ukraine-Spiel öfter den Abschluss suchen und konsequenter spielen."

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