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Top-Thema – Podcast

Ein Modelabel für Muslime

Modernes Design mit frommen Botschaften – das ist die Idee des Modelabels Styleislam. Seine Produkte haben bei jungen Muslimen in Deutschland Kultstatus. Es gibt aber auch Kritik.‎

Ein junger Mann in einem T-Shirt, auf dem 'Ummah – be part of it' steht

Jeder darf sehen, woran er glaubt

Der muslimische Designer Melih Kesmen sorgt mit seinen Produkten für Diskussionen. Kesmen ist Designer und Chef des Labels Styleislam. "Hijab, My Right, My Choice, My Life", steht in weißen Buchstaben auf einem Stück Stoff. Es ist der Slogan für ein muslimisches Kopftuch, ein Hijab. Kesmens Aussage ist klar: "Wenn eine Frau freiwillig ein Kopftuch tragen will", so der Designer, "dann soll man sie doch lassen." Kesmen selbst stellt bevorzugt Frauen mit Kopftuch als Mitarbeiterinnen ein.

Die Idee zu seinem Projekt hatte der Designer während des Streits um die dänischen Mohammed-Karikaturen. Er ärgerte sich über die Karikaturen, war aber auch genervt von den wütenden und zum Teil sogar gewalttätigen Reaktionen einiger Muslime. Kesmen fand, dass es einen anderen Weg geben müsse – einen friedlichen, kreativen – um auf die Zeichnungen zu reagieren. So druckte er sich den Slogan "I Love My Prophet" auf ein T-Shirt.

Die Sprüche auf den Produkten von Styleislam sind oft witzig, aber sie provozieren auch. Wegen des Motivs "Jesus Was A Muslim" bekam Kesmen sogar Drohanrufe. Dabei sei doch Jesus einer der größten Propheten im Islam gewesen, verteidigt sich der Designer. Styleislam will jungen Muslimen coole Produkte bieten, mit denen sie sich gleichzeitig zu ihrem Glauben bekennen können. Das ist den Mitarbeitern des Labels sogar während ihrer Arbeitszeit wichtig. Alle im Büro machen gemeinsame Gebetspausen.

Eigentlich will er sich mit seiner Mode nicht abgrenzen, sagt Melih Kesmen. Doch die Produkte von Styleislam machen den Dialog mit Nichtmuslimen nicht gerade einfach. Kesmen hofft, dass sie trotzdem die Neugierde der Leute wecken und man so ins Gespräch kommt. Außerdem, sagt er, würden alle Motive auf der Website des Labels ausführlich erklärt.

Glossar

Modelabel, das – eine Firma, die sich neue Mode ausdenkt und herstellt

Design, das – (aus dem Engl.) das Aussehen von etwas, das sich jemand ausgedacht hat

fromm – religiös; gläubig

Kultstatus, der – die große Bekanntheit und Beliebtheit von jemandem/etwas

Slogan, der – ein Satz, den man sich leicht merken kann (oft benutzt in der Werbung)

freiwillig – aus freiem bzw. eigenem Willen

bevorzugt – besonders gern; lieber

Mohammed-Karikaturen, die – Zeichnungen, die 2005 in einer dänischen Zeitung erschienen und die lustig gemeinte Darstellungen des → Propheten Mohammed zeigten

genervt – so, dass man sich von etwas sehr gestört fühlt und böse wird

gewalttätig – so, dass man Gewalt verwendet

kreativ – so, dass man sich etwas Neues ausdenkt oder etwas Neues herstellt

provozieren – aufregen; dafür sorgen, dass sich jemand ärgert

Drohanruf, der – ein Anruf, mit dem jemand einer anderen Person Angst machen will

Prophet, der – hier: jemand, der religiöse Lehren erklärt und eine Religion bekannter macht

sich zu etwas bekennen – hier: öffentlich sagen, dass man von etwas überzeugt ist und danach handeln will

sich abgrenzen – betonen, dass man selbst anders ist als die anderen Menschen

Dialog, der – hier: ein Sammelbegriff für die Gespräche zwischen verschiedenen Gruppen

ausführlich – so, dass viele (auch weniger wichtige) Informationen gegeben sind

Fragen zum Text

1. Bei wem sind die Produkte von Styleislam beliebt?

a) bei kritischen Propheten

b) bei coolen Christen

c) bei jungen Muslimen

2. Wie reagierte Melih Kesmen auf die dänischen Karikaturen?

a) Er war verärgert.

b) Er startete Drohanrufe.

c) Er wurde gewalttätig.

3. Wie geht man im Designbüro mit Religion um?

a) Religion ist egal. Hier arbeiten gläubige und nicht gläubige Menschen zusammen.

b) Religion ist wichtig. Alle Mitarbeiter machen gemeinsame Gebetspausen.

c) Religion bleibt privat. Während der Arbeit wird nicht darüber gesprochen.

4. Kesmen denkt, dass Frauen …

a) ein Kopftuch tragen sollen.

b) ein Kopftuch tragen dürfen.

c) ein Kopftuch tragen müssen.

5. Was sagt der Designer über seine Mode?

a) Er meint, dass er sich damit nicht abgrenzen könne.

b) Er glaubt, dass er sich damit nicht abgrenzen dürfe.

c) Er sagt, dass er sich damit nicht abgrenzen wolle.

Arbeitsauftrag

Bekennen Sie sich als Deutschlerner! Denken Sie sich einen passenden Slogan für ein T-Shirt aus und mailen Sie uns Ihre Idee an bildung@dw-world.de!

Autor: Heiner Kiesel/Barbara Syring

Redaktion: Raphaela Häuser

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