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Sprachbar

Ein Loch kommt nie allein

Sommerloch – Astloch – Stopfloch: Es "löchelt" viel in der deutschen Sprache. Wer genug Löcher in die Luft gestarrt hat, besucht Loch Ness – und fällt dann vor Ent-täuschung in ein tiefes Loch.

Manchmal ist es nicht ganz so schlimm, meistens aber doch: Das Sommerloch. Jedes Jahr taucht es aus dem Nichts auf, wird von Tag zu Tag bedrohlicher, gähnt gnadenlos und grauenhaft gigantisch den Vertretern der schreibenden Zunft, den Journalisten, entgegen, wenn sie sich morgens aus den Betten quälen.

Sommerloch

Der leere Plenarsaal des EU-Parlaments in Brüssel

Ein parlamentarisches Sommerloch

Nichts Berichtenswertes, noch nicht einmal neue Erkenntnisse über das Schwarze Loch im Weltall. Das Sommerloch bezeichnet die absolute Nichtexistenz von mitteilungswürdigen Ereignissen während der Zeit der Sommerferien.

Und dann kann es gut sein, dass einige in ein tiefes Loch fallen. Keine Angst. Das ist nicht wörtlich zu nehmen. Das ist nur eine andere Bezeichnung für ein Stimmungstief. Es soll schon vorgekommen sein, dass manche dann angefangen haben, wie ein Loch zu trinken, um ihren Kummer zu ertränken und das Stimmungstief zu überwinden.

Das unflätige Wort

Manchmal ist die Stimmung der Nation aber trotz des Sommerlochs grandios, etwa bei Fußball-Weltmeisterschaften. Da erhitzen dann auch zweitrangige Sommerlochthemen die Gemüter nicht mehr. Da regiert König Fußball.

Und auch solche profanen Dinge wie Ozonloch oder Haushaltsloch interessieren nicht die Bohne. Das geht uns gewissermaßen am A… vorbei. Ja, und der – der Arsch – hat auch ein Loch. Zusammengesetzt ergeben beide Worte ein unflätiges Schimpfwort, das sich hervorragend zur Bezeichnung von äußerst unbeliebten Menschen eignet.

Nessie

Nessie im schottischen Loch Ness

"Nessie" kommt aus ihrem Loch

Mit konstanter Regelmäßigkeit taucht ein anderes Loch auf, nämlich der schottische Binnensee Loch Ness. Und mit ihm das Ungeheuer, das in ihm leben soll, liebevoll Nessie genannt. Niemand hat dieses Ungeheuer, das auf Bildern als Seeschlange daherkommt, je gesehen. Für die Region ist Nessie aber zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden.

Die Touristen fragen den Einheimischen dann Löcher in den Bauch, aber Beweise für die Existenz von Nessie gibt es nicht. Und alles, was bleibt, ist ein Loch in der Urlaubskasse.

Stopfloch

Nun, dieses kann leicht wieder gestopft werden, indem man nämlich nach dem Urlaub spart. Ebenso wie andere Löcher, die man auch stopfen kann: Das Loch im Strumpf oder in der Hose.

Manche Löcher sollten aber nicht gestopft werden, weil sie nützlich sind. Denn gäbe es beispielsweise das Knopfloch nicht, hätten wir ein Problem! Praktisch sind auch solche Löcher, die die Locher machen. Denn ohne diese gelochten Löcher im Papier könnte man ein Schriftstück nicht in einen Ordner abheften.

Löcher in der Kindersprache

Eine Maus sitzt vor einem Stück Schweizer Käse

Kein Mause-, sondern eine Käseloch

Wieder andere Löcher sind aber äußerst garstig wie das Loch im Zahn, das entsteht, wenn man sich seine Zähne nicht immer ordentlich geputzt hat. Auch ein Loch im Kopf tut selten gut und kann manchmal tödlich sein.

Dass die Löcher im Käse eigentlich Bakterien-Pupse sind, habe ich mal in einer Kindersendung gelernt. Über den tieferen Sinn dieses Begriffs will ich ebenso wenig nachdenken wie über den Kleinkinderreim "Fang mich doch, du Eierloch!".

Unnütze Löcher

Löcher von der unangenehmen Sorte sind auch Schlaglöcher, die sich vor allem nach einem sehr frostigen Winter im Straßenbelag auftun. Diese Löcher sind nur dazu da, die Stoßdämpfer meines Autos zu demolieren.

Das Loch am Ende

Und nun starre ich Löcher in die Luft, ob mir noch ein guter Gedanke kommt. Dabei fällt mir auf, dass ich ein riesiges Loch im Magen habe. Er knurrt nämlich ordentlich. Aber, noch pfeife ich nicht auf dem letzten Loch – höchstens, nachdem ich gegessen habe, pfeife ich aus diesem. Weil ich nämlich Luft ablassen muss.

Fragen zum Text

Wenn jemand hartnäckig etwas wissen will, dann …

1. fragt er Löcher in den Bauch.

2. bohrt er Löcher in den Käse.

3. pfeift er aus dem letzten Loch.

Löcher im Boden sind …

1. Hammerlöcher.

2. Schlaglöcher.

3. Luftlöcher.

Ist jemand hungrig, dann …

1. guckt er Löcher in die Luft.

2. hat er ein Loch im Magen.

3. säuft er wie ein Loch.

Arbeitsauftrag

Betätigen Sie sich als Reporter. Überlegen Sie sich, über was Sie in ihrer Stadt berichten würden. Wenn Sie ein Thema gefunden haben, machen Sie daraus einen kleinen Bericht. Sammeln Sie alle Berichte in Ihrer Gruppe und erstellen daraus eine Zeitung.

Autorin: Anke Berlin

Redaktion: Beatrice Warken

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