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Politik

Ein Land im Freudentaumel

Das Ende der 30-jährigen Ära des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak hat die Demonstranten im ganzen Land in einen Glücksrausch versetzt. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo feierten Hunderttausende den Rücktritt Mubaraks.

Jubel in Kairo (Foto: ap)

Jubel nach dem Rücktritt

Nach dem Rücktritt von Ägyptens Präsident Husni Mubarak haben auch am Samstag (12.02.2011) viele tausend Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo ausgeharrt. Millionen Ägypter hatten hier und im ganzen Land die Nacht über den Rückzug Mubaraks gefeiert. Inzwischen hat das Militär zusammen mit Zivilisten damit begonnen, Barrikaden und Stacheldraht zu entfernen.

Es waren die Worte am Freitag, auf die hunderttausende Ägypter seit Wochen gewartet hatten: "In Anbetracht der schwierigen Umstände, durch die das Land derzeit geht, hat Präsident Mohammed Husni Mubarak entschieden, den Posten des Staatschefs abzugeben", sagte Vizepräsident Omar Suleiman im Fernsehen. Mubarak habe die Führung an den obersten Militärrat übergeben. Der Präsident war am Nachmittag mit seiner Familie in den Badeort Scharm el Scheich geflogen.

Ägyptens Verteidigungsminister Hussein Tantawi (Foto: dpa)

Der neue starke Mann: der ägyptische Verteidigungsminister Hussein Tantawi

Der bisherige Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi verlas wenig später eine Erklärung, in der er zusagte, dass die Armee den "Willen des Volkes" nicht in Frage stelle. Der 75-jährige Marschall führt den Militärrat und ist nach der Machtübergabe nun der neue starke Mann in Kairo. Vor dem Präsidentenpalast ließ er sich am Abend feiern.

Hunderttausende Menschen feierten

"Das Volk hat das Regime gestürzt", rief die Menge auf dem Tahrir-Platz. Hunderttausende Menschen feierten dort den Rücktritt Mubaraks. Überwältigt von den Eindrücken fielen einige Demonstranten in Ohnmacht. Andere schüttelten die Hände von Soldaten, die auf ihren Panzern ausharrten.

Jubelnde Menschenmenge in Kairo (Foto: ap)

Nach dem Rücktritt: Jubel ohne Grenzen in Kairo

Die Nachricht, dass nun das Militär die Führung des Landes übernehmen solle, stieß aber auch auf Kritik. "Wir lieben die Arme, aber es ist das Volk, das diese Revolution geführt hat und das diese jetzt auch kontrollieren muss", sagte eine Demonstrantin auf dem Tahrir-Platz. Andere forderten den Rücktritt der Mubarak-treuen Regierung. "Wir wollen niemanden aus dem alten Regime, sie müssen alle weg und wir bleiben hier, bis unsere Forderungen erfüllt sind", sagte ein Teilnehmer der Kundgebung.

Kandidaten werden gehandelt

In Tunesien, wo durch Proteste Mitte Januar Präsident Ben Ali gestürzt worden war, kam es zu spontanen Freudentänzen in der Hauptstadt Tunis. Auch auf den Straßen in Gaza, in der libanesischen Hauptstadt Beirut und der jemenitischen Hauptstadt Sanaa feierten zahlreiche Menschen mit den Ägyptern. Unterdessen berichtete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur, dass der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, seinen Posten in den kommenden Wochen aufgeben wolle. Mussa, früher auch Außenminister in Kairo, wird als möglicher Kandidat für das Präsidentenamt gehandelt.

Der abgetretene Machthaber Husni Mubarak (Foto: AP)

Auch die Konten gesperrt: der zurückgetretende Präsident Mubarak

Die Schweiz fror mit sofortiger Wirkung alle mutmaßlichen Gelder von Mubarak und seinem Umfeld ein. Damit solle eine Veruntreuung der Vermögenswerte des ägyptischen Staates verhindert werden, erklärte das Außenministerium.

Autor: Marko Langer (mit afp, dpa)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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