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Top-Thema – Podcast

Ein Land braucht Hilfe

Im Jahr 2004 wurden in Haiti 7000 Soldaten der Vereinten Nationen stationiert. Seitdem versuchen die Blauhelme, eines der ärmsten Länder der Welt zu stabilisieren. Doch der Einsatz in Haiti ist umstritten.‎

UN-Truppen vor einem Panzer

UN-Truppen in Haiti

Noch vor wenigen Jahren trauten sich die Soldaten der UN-Friedenstruppen nur im Panzer nach Raboteau, dem Armenviertel von Gonaïves. Der Stadtteil war nach der Flucht von Präsident Aristide im Jahr 2004 vollständig unter der Kontrolle bewaffneter Gruppierungen. Hinrichtungen waren an der Tagesordnung. Regierung, Polizei und Justiz funktionierten nicht mehr. Heute gehen die Soldaten zu Fuß durch die Straßen.

Die Vereinten Nationen hatten die über 7000 Blauhelm-Soldaten 2004 nach Haiti geschickt. UN-Sprecher David Wimhurst erklärt: "Wir sorgen hier für einen funktionierenden Rechtsstaat, dafür, … dass Menschenrechte geachtet und die Grenzen gesichert werden". Er macht stolz auf die Erfolge nach fünf Jahren zivilem Engagement aufmerksam: Die Blauhelme sicherten nicht nur die Wahlen im Jahre 2006, sie trugen auch zur Katastrophenhilfe bei, als Haiti 2008 stark überschwemmt wurde.

Zum zivilen Engagement gehören auch landesweite Bildungszentren, in denen die Haitianer lernen, warum man Müll entsorgen sollte und wie man Wasser aufbereitet. "Es liegt an Euch!" ist der Titel des Projektes. Die Veranstaltungen sollen Haitianer dazu bringen, selbst aktiv zu werden.

Doch die UN-Mission in Haiti ist nicht unumstritten: Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Jan Hansens von der Menschenrechtsorganisation "Justitia et Pax" ist der Meinung, dass sich die UN zurückziehen müssen, damit der Staat Haiti selbst für sein Volk sorgen kann. Wimhurst ist aber der Meinung, dass die UN gemeinsam mit der Regierung Haiti demokratisieren, die Wirtschaft ankurbeln und das Land neu aufbauen sollten. Eine Herkulesaufgabe, vor allem nach den schweren Erdbeben Anfang 2010, die das Land in einem katastrophalen Zustand hinterlassen haben.

Glossar

stationieren – jemanden an einen bestimmten Ort bringen

Blauhelme, die (meist im Plural) – umgangssprachlich für: die UN-Friedenstruppen

etwas stabilisieren – etwas stärken und sicherer machen

etwas ist umstritten – es gibt verschiedene Meinungen über etwas

sich trauen – den Mut haben, etwas zu tun

Truppe, die – die Gruppe von Soldaten, die einen gemeinsamen Auftrag haben

etwas ist an der Tagesordnung – hier: etwas passiert sehr häufig

Rechtsstaat, der – der Staat, der die Rechte seine Bürger schützt

zivile Engagement, das – die Hilfe, die nicht militärisch ist

etwas zu etwas beitragen – sich an etwas beteiligen; bei etwas mithelfen

etwas wird überschwemmt – hier: das Land wird von Wasser zerstört

Müll entsorgen – Müll wegbringen, um ihn an einem bestimmten Ort zu verbrennen

Wasser aufbereiten – dreckiges Wasser sauber machen, damit man es trinken kann

Auseinandersetzung, die – hier: der Konflikt

ein Land demokratisieren – in einem Land eine demokratische Ordnung aufbauen

etwas ankurbeln – hier: dafür sorgen, dass etwas mehr wird

Herkulesaufgabe, die – die sehr schwere Aufgabe

Erdbeben, das – starke Bewegungen der Erde, die sogar eine Stadt zerstören können

katastrophal – sehr schlimm; sehr schrecklich

Fragen zum Text

1. Gonaïves Stadtteil Raboteau war früher besonders gefährlich, weil …

a) dort keine UN-Friedenstruppen waren.

b) Präsident Aristide 2004 aus Haiti geflüchtet war.

c) er in den Händen bewaffneter Gruppierungen war.

2. Was ist in Haiti die wichtigste Aufgabe der UN-Friedenstruppen?

a) Die Friedenstruppen sollen für einen funktionierenden Rechtsstaat sorgen.

b) Die Blauhelme sollen vor allem Schulen aufbauen.

c) Die wichtigste Aufgabe der Truppen ist das Leisten von Katastrophenhilfe.

3. In den landesweiten Bildungszentren sollen die Menschen vor allem lernen, …

a) dass sie kein dreckiges Wasser trinken sollten.

b) wie eine Demokratie funktioniert.

c) aktiv zu werden und sich für ihre Umwelt zu engagieren.

4. Wenn etwas an der Tagesordnung ist, …

a) ist es besonders wichtig.

b) passiert etwas immer wieder.

c) muss es täglich gemacht werden.

5. Die Vereinten Nationen und die Regierung Haitis wollen die Wirtschaft endlich …

a) aufbereiten

b) entsorgen

c) ankurbeln

Arbeitsauftrag

Bitte tragen Sie die fehlenden Wörter in richtiger Reihenfolge in den Text ein.

Das _______ "Es liegt an Euch!" soll den Menschen auf Haiti helfen, selbst _______ zu werden. Soziales _______ ist besonders wichtig, wenn es um Themen wie das Entsorgen von _______ und das Aufbereiten von _______ geht. Der _______ der Friedenstruppen in Haiti ist zwar umstritten, trotzdem sollen die Blauhelme weiter helfen, das Land neu aufzubauen.

Einsatz – Engagement – Projekt – Müll – aktiv – Wasser

Autor/in: Ina Rottscheidt/Lukas Völkel

Redaktion: Shirin Kasraeian

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