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Europa

Ein Klub für alle Fälle

Im Pariser Viertel Oberkampf reihen sich Bars und Klubs aneinander wie Perlen in einer Kette. Seit Herbst 2008 gehört das "L’International" dazu : Es ist Bar, Klub und Konzertsaal in einem.

Der Eifelturm

Ausgehen in Paris - zum Beispiel im "L'International"

Kein Eintritt, zwei Konzerte pro Abend, ein DJ-Set und Getränke, die nicht sehr teuer seien - so beschreibt Raman Suzat seine Bar. Das "L’International" sei einzigartig im Viertel Oberkampf. Suzat sieht mit seiner wilden Afro-Frisur ein bisschen aus wie Jimi Hendrix, hinter seinen schwarzen Brille blitzen schelmische Augen.

Ein Bier für drei Euro

Bei meinem ersten Blick auf die Getränketafel über der Bar traue ich meinen Augen kaum: Die Preise sind einfach unverschämt niedrig. Ein Bier für drei Euro ist für Pariser Verhältnisse eine kleine Sensation.

Über die gesamte Seite des Tresens ist mit roter Farbe der Schriftzug "L’International" geschrieben - umkränzt von rot-weißen Sonnenstrahlen. Eine Hommage an die sozialistische Internationale? "Die Idee war, dass wir einen Ort der Begegnung schaffen wollten und 'L’International' erschien uns als der Name, der die meisten Leute aus der ganzen Welt hinter sich versammeln kann", erklärt Raman Suzat.

Ikea mit Charme

Es ist halb zehn Uhr abends. Immer mehr Menschen strömen in den kleinen Barraum. Die Leute sind sympathisch leger angezogen, einen Dresscode gibt es hier nicht – im Gegensatz zu vielen anderen Pariser Bars. Die meisten Besucher sind um die zwanzig Jahre alt. "Ich finde die Bar total sympathisch, ich mag diesen künstlermäßigen Stil, man fühlt sich ein bisschen wie in New York. Außerdem ist die Stimmung hier echt toll", erklärt Nicolas.

Ein Glas mit einem Getränk und Zitronenscheibe (Foto: GfÖ)

Getränke zu einem günstigen Preis

An quadratischen Ikeatischen stehen ausrangierte Schulstühle. Über den Köpfen der Gäste schwebt eine Leinwand, auf der das Konzert aus dem Untergeschoss übertragen wird. Ich schiebe mich durch das Gedränge vorbei an Caipirinhagläsern und steige die Treppe hinab, der Musik entgegen.

Man kennt sich

Hier unten ist es warm und stickig, die Zuschauer sitzen auf dem Boden oder stehen an den Säulen in der Mitte des niedrigen Raumes und wippen in den Knien. Auf der Bühne ist heute Abend die Band "Bandini", zwei Nordfranzosen mit Britpopfrisuren. Ihre Songs erinnern mich an eine Mischung aus "Calexico" und "Radiohead". Die Leute sind begeistert. Barbesitzer Raman kennt sie fast alle, er verteilt Küsschen und schüttelt Hände.

Die Idee für die Konzertbar hatte der 34-Jährige gemeinsam mit ein paar Freunden. Sie wollten Orte schaffen, die zu ihnen passten, erzählt er. "Das 'L’International' entspricht unserem Lebensgfühl – und offentsichtlich auch dem sehr vieler anderer Leute", sagt Raman. Das 'L’International' ist nicht das erste Projekt des Freundeskreises um Raman. Schon das "rendez-vous des amis" im Montmartre oder das "Les Pères Populaires" nahe der Metrostation "Nation" haben sie gegründet.

Um zwei Uhr ist Schluss

Gegen zwei Uhr gehen in der Bar die Lichter an, in der Metropole Paris gibt es tatsächlich eine Art Sperrstunde. Ich mache mich auf den Nachhauseweg. Scharen an jungen Menschen verstopfen die Bürgersteige. Die Party wird zu Hause weitergehen.

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