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Fußball

Ein kleiner Ernstfall für das DFB-Team

Es ist der erste richtige Test für das deutsche Team. Zudem ist das Duell gegen die Schweiz am Samstag in Basel für einige Spieler die letzte Chance, sich für ein EM-Ticket bei Joachim Löw zu empfehlen.

Für Bundestrainer Joachim Löw kommt der Test gegen die Eidgenossen gerade recht. Am kommenden Dienstag (29.05.2012) muss er seinen endgültigen 23-Mann starken Kader für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine benennen. Vier Akteure, darunter auch ein Torwart, muss Löw noch aus dem Kader streichen. "Es werden sicher auch einige Spieler getestet. Wir werden rotieren, das wird Priorität haben", sagt Lukas Podolski vor dem Spiel gegen die Schweiz. Der 26-Jährige ist seit seinem Debüt 2004 fester Bestandteil der Nationalelf. Die bevorstehende Europameisterschaft ist bereits Podolskis sechstes großes Turnier; er könnte dort sein insgesamt 100. Länderspiel absolvieren.

Unangenehme Gespräche

Nach intensiven Trainingswochen ist der bevorstehende Test für Joachim Löw die erste Chance, seine Spieler im Wettkampf zu beobachten. Besonders im Fokus wird dabei Abwehrspieler Per Mertesacker stehen. Der Innenverteidiger vom FC Arsenal hat seit Februar wegen einer Knöchelverletzung kein Spiel mehr bestritten. Löw bescheinigt dem 79-maligen Nationalspieler zwar eine gute körperliche Verfassung, will die guten Trainingseindrücke jetzt aber auch bestätigt sehen. "Die Reha-Arbeit hat ihm gut getan. Aber klar, jetzt muss der letzte Schritt passieren", sagt Löw über seinen Abwehrchef.

Für Mertesacker scheint die EM-Teilnahme so gut wie sicher. Spieler wie Marco Reus, Ilkay Gündogan, Julian Draxler oder Torwart Marc-Andre ter Stegen müssen dagegen noch um ein EM-Ticket bangen. "Die Positionen müssen größtenteils doppelt besetzt sein. Und ich muss mich fragen, welche personellen Lösungen für den gesamten Kader sinnvoll sind", beurteilt Löw die aktuelle Situation. Er weiß, dass in der kommenden Woche unangenehme Gespräche auf ihn und sein Trainerteam zukommen. "Dass es denjenigen wehtut, die nach harter Arbeit nach Hause fahren müssen, das ist klar."

Die Nationalspieler Per Mertesacker (l.), Marco Reus und Andre Schürrle (r.) trainieren (Foto: dpa)

Per Mertesacker (l.), Marco Reus und Andre Schürrle (r.) wollen sich im Test gegen die Schweiz beweisen

Bayern-Spieler freuen sich

Die deutsche Nationalmannschaft wird mit 19 Akteuren nach Basel reisen. Noch nicht mit dabei sind die Profis von Vize-Meister Bayern München. Nach der bitteren Niederlage gegen den FC Chelsea im Champions-League-Finale und dem sinnlosen Testspiel gegen die niederländische Nationalmannschaft stoßen die Bayern-Stars erst nach der Partie gegen die Schweiz zur DFB-Auswahl. "Alle Bayern freuen sich, zur Nationalmannschaft zu kommen. Es gibt ein neues Umfeld, eine neue Zielsetzung", sagt Joachim Löw. "Wenn sie hier mit trainieren, werden Lust und Motivation wieder da sein und die Enttäuschung über die Niederlage im Champions-League-Finale wird zurückgelassen." Der Bundestrainer hatte in den vergangenen Tagen mit jedem Bayern-Profi telefoniert. 

Mehr als die Hälfte der gesamten Vorbereitung musste Löw auf die Münchener Profis verzichten. Keine einfache Situation, immerhin werden die Bayern wahrscheinlich die halbe deutsche EM-Elf stellen. Trotzdem zeigt sich der Bundestrainer mit der bisherigen Vorbereitung sehr zufrieden. "Die Mannschaft arbeitet wahnsinnig intensiv und fokussiert. Ich spüre, wie ständig Fortschritte gemacht werden." Allerdings folge nun noch die entscheidende Etappe: "Das letzte Drittel der Vorbereitung - wenn die Bayern-Spieler kommen – wird dann ganz wichtig."

Deutschlands Lukas Podolski am Ball (Foto: dpa)

Lukas Podolski könnte bei der Europameisterschaft sein 100. Länderspiel bestreiten

Der Titel ist das Ziel

Das Duell gegen die nicht für die EM qualifizierten Schweizer ist das erste von nur zwei Testspielen der deutschen Nationalmannschaft vor dem Start der Europameisterschaft. Umso motivierter sind alle Spieler, allen voran Lukas Podolski: "Jeder ist bereit und heiß." Natürlich will das Löw-Team auch gegen den kleinen Nachbarn gewinnen, doch die Resultate in der Vorbereitung sind für die Verantwortlichen und die Spieler nur zweitrangig. "Alles fällt mit dem ersten Turnierspiel. Darauf wird der Fokus gelegt", erklärt Podolski. Auch für Löw kommt es in der Vorbereitungsphase darauf an, den bestmöglichen Kader zusammenzustellen, denn das Ziel ist klar formuliert: "Wenn man in den letzten Turnieren immer im Halbfinale war, dann kann man auch vom Titel sprechen. Wir haben die Qualität dazu", zeigt sich Lukas Podolski selbstbewusst.

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