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Aktuell Asien

Ein Kalenderjahr ohne Verluste

Erstmals seit Beginn ihres Einsatzes in Afghanistan hat die Bundeswehr im abgelaufenen Jahr keinen Toten zu beklagen. Bundeswehr und Wehrbeauftragter sehen eine "Trendwende".

Seit Beginn des Afghanistan-Engagements vor elf Jahren starben 52 Soldaten am Hindukusch, 34 davon bei Angriffen und Anschlägen. Doch 2012 gab es zum ersten Mal keine Gefallenen; zuletzt war im Juni 2011 ein deutscher Soldat in Afghanistan getötet worden.

Soldaten tragen Sarg (Foto: dapd)

Juni 2011: Bundeswehr-Soldaten tragen den Sarg eines Kameraden

Im deutschen Einsatzgebiet habe sich die Sicherheitslage in den vergangenen 18 Monaten deutlich verbessert, so der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF für Nordafghanistan, Bundeswehr-General Erich Pfeffer. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, führt diese positive Entwicklung unter anderem auf die deutlich verbesserte Ausrüstung der Bundeswehr zurück. "Die Gefährdung der Soldaten hat auch deswegen abgenommen, weil wir sie nicht mehr mit offenen Campingwagen durchs Gebirge schicken, sondern weil wir geschützte Fahrzeuge in ausreichender Zahl haben", sagte Königshaus. "Wir haben bei der Schutzausrüstung ein Niveau erreicht, das wirklich am oberen Rand dessen liegt, was auch bei den Verbündeten üblich ist."

Bundeswehr bleibt vor Ort

In der Vergangenheit hatte der Wehrbeauftragte immer wieder Ausrüstungsdefizite beklagt. Nun pocht er darauf, dass die deutschen Soldaten auch nach dem offiziellen Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 ausreichend geschützt werden. "Dass dafür Sicherungskräfte zur Verfügung gestellt werden müssen, ist klar." Königshaus geht davon aus, dass die Bundeswehr auch nach 2014 mit mindestens 1000 Soldaten in Afghanistan bleiben muss.

Ab 2015 sollen die internationalen Truppen vor allem zur Ausbildung und Beratung der einheimischem Sicherheitskräfte in Afghanistan im Einsatz sein. Aus der Bevölkerung würden  afghanische Armee und Polizei zunehmend unterstützt, berichtete Bundeswehr-General Pfeffer. Im abgelaufenen Jahr hätten die einheimischen Sicherheitskräfte "schrittweise und erfolgreich die Verantwortung bei der Planung und Durchführung der Sicherheitsaufgaben" übernommen. Sie seien mittlerweile bei praktisch allen Operationen in Nordafghanistan federführend.

wa/gmf (dpa)

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