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Aktuell Afrika

Ein Jahr nach dem Massaker von Marikana

Vor einem Jahr hatten Polizisten in Südafrika das Feuer auf streikende Minenarbeiter eröffnet und 34 Kumpel getötet. Bei einer Feier gedachten Familien, Freunde und Kollegen der Opfer.

Etwa 10.000 Menschen kamen zur Trauerfeier der vor einem Jahr bei Protesten getöteten Bergarbeiter einer Platingrube in Marikana, im Nordwesten von Johannesburg. Der Minenbetreiber entschuldigte sich bei den Familien der Opfer: "Wir werden eure Angehörigen nie ersetzen können", sagte der Chef der Firma Lonmin, Ben Magara. "Wir bereuen das zutiefst", fuhr er fort. Er fügte hinzu, dass die in London ansässige Firma die Schulausbildungskosten der Kinder der getöteten Minenarbeiter übernehmen würde.

Eine Gruppe, die zu der Gewerkschaft AMCU für Minenarbeiter gehört, hatte die Gedenkveranstaltung organisiert. Vertreter des regierenden African National Congress und der ANC-nahen Gewerkschaft blieben der Gedenkfeier fern. Zur Begründung hieß es, die Veranstalter würden die Gedenkfeier politisch instrumentalisieren, da sie eine militante Minengewerkschaft sowie Politiker der Opposition eingeladen hätten.

Verantwortliche gesucht

Bis heute hat niemand die Verantwortung für die blutigen Ereignisse vor einem Jahr übernommen. Ein südafrikanischer Vertreter der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mahnte, jemand müsse sich verantwortlich zeigen. Ein 24-jähriger Minenarbeiter, auf den die Polizei damals acht Mal geschossen worden, sagte: "Wir wollen die Wahrheit wissen. Wer hat die Polizei hergeschickt, um uns zu töten?"

Die Streikenden hatten am 16.08.2012 von der britischen Betreiberfirma Lonmin einen Monatslohn von umgerechnet etwa 950 Euro gefordert. Die Polizei schlug den Protest der Arbeiter gewaltsam nieder, indem sie das Feuer auf die Streikenden eröffnete. Die Zusammenstöße hatten in Südafrika Bestürzung hervorgerufen. Sie gelten als der schlimmste Fall von staatlicher Gewalt seit dem Fall des Apartheid-Regimes 1994.

Trotz des blutigen Vorfalls habe sich an der Lohnsituation nichts geändert, kritisierten Bergleute in Marikana. Das Gehalt reiche immer noch nicht aus, um die Familien zu versorgen.

In Südafrika kamen seit dem Marikana-Streik mindestens 15 Menschen bei Gewalt zwischen rivalisierenden Gewerkschaften ums Leben.

nem/qu (afp, dpa)