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Politik

Ein Jahr Große Koalition - ein großer Erfolg?

Ein Jahr Große Koalition, und ein Jahr Angela Merkel als Bundeskanzlerin. Eine Regierung, die noch vor einem Jahr vor allem getragen wurde durch die hohen Sympathiewerte ihrer Kanzlerin. Aus, gewesen, vorbei.

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Zufrieden mit Bundeskanzlerin Merkel ist nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung -vorläufiger Tiefstand nach einem kontinuierlichen Sturz seit Anfang des Jahres. "Eine neue Kanzlerin ist wie ein neues Leben", summt man längst nicht mehr auf Deutschlands Straßen. Fragt man die Deutschen heute, ob die Große Koalition wirklich mehr angepackt hat, als Schröders Rot-Grüne Koalition, dann ist die Enttäuschung groß: Die können's auch nicht besser, lautet die Antwort einer deutlichen Mehrheit. Zufrieden mit der Regierung, das ist noch eben jeder Fünfte im Land. Ein Jahr große Koalition? In Deutschland herrscht die große Ernüchterung.

Marsch, marsch

Rückblick: September 2005, die ersten Hochrechnungen flimmern über die Bildschirme. Die Bundestagswahl wird zur großen Überraschung, für Wahlforscher, Politiker und Wähler. Das große Duell Merkel gegen Schröder: Unentschieden. Nur wenige Prozentpunkte auseinander, diskutieren die Experten der Volksparteien die möglichen Regierungsformen: Die Schwampel wird entdeckt und Jamaika - schwarz, grün und gelb als Lösung?

Der großen Ratlosigkeit folgt recht schnell die Große Koalition - allerdings nicht mit Schröder und dem großen Bayern. Doch anders scheint der Wählerwille nicht interpretierbar: Rot-Grün - abgewählt, Schwarz-Gelb - nicht gewünscht. Der Druck, den neuen Erwartungen gerecht zu werden, ist groß. Zu groß? Jetzt, wo sie steht, soll die zweite Große Koalition der Republik alles grundlegend richten: Den Arbeitsmarkt reformieren, das Gesundheitssystem retten und auf neue Füße stellen, aber auch sonst: Alles anpacken, was vorher nicht zu schaffen war - und alles besser machen. Marsch, marsch.

Aufbruchsstimmung hielt nicht lange

Und zu Beginn scheint sich der politische Wind in Deutschland wirklich zu drehen. Angela Merkel, die Moderatorin, hat den großen Zampano Schröder ausgestochen und sorgt im Ausland für großes Aufsehen. Nüchterner und zurückhaltender ist die neue Chefin. Das freut George W. Bush und ärgert Vladimir Putin. Und was macht Deutschland? Findet sich nicht nur mit dem Zusammengehen der Großen ab, nein, eine echte Aufbruchsstimmung kommt auf und - hält nicht lange. Schon nach einem halben Jahr geht's abwärts. Im März verliert die Kanzlerin zum ersten Mal an Zuspruch. Und dann geht's immer weiter die große Rutsche runter.

Und die Koalitionspartner? Große Mitgliederverluste bestimmen das Schicksal der beiden Volksparteien - die übrigens bei Wahlen am kommenden Sonntag beide nur auf 31 Prozent der Stimmen der wählenden Bevölkerung kommen würden. Doch diese Gruppe schrumpft ebenfalls kontinuierlich. Sorgen machen sollten sich Kanzlerin, aber auch alle anderen Politiker in Deutschland, vor allem wegen dieser Werte: Nach einem Jahr Großer Koalition meint nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung, dass es in Deutschland gerecht zugeht und nur noch jeder Zweite glaubt, dass die Demokratie in Deutschland noch funktioniert.