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Politik

Ein Jahr EU-Erweiterung: Wenig Euphorie

15 plus 10: Seit dem 1.Mai 2004 hat die EU zehn neue Mitgliedsstaaten. Was hat sich im ersten Jahr der Mitgliedschaft in den neuen EU-Ländern getan? DW-WORLD hat Stimmen gesammelt.

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EU-Beitritt Grund zur Freude? Feiernde Polen am 1.Mai 2004

Estland, Lettland, Litauen

"Mit dem 1.Mai 2004 scheinen die baltischen Staaten auch für potentielle ausländische Investoren endgültig aus dem europäischen Schattendasein herausgetreten zu sein. Die Investitionsstandorte Estland, Lettland und Litauen erfahren seitdem nicht nur von deutscher Seite ein Interesse, welches viele Jahre eindeutig nur aus dem benachbarten nordischen Raum festzustellen war. Unternehmen aus Deutschland suchen nach Kooperationen an Standorten in den neuen EU-Ländern, die bislang nicht so sehr im Fokus ihrer Prüfungen standen."

Dr. Ralph-Georg Tischer, Geschäftsführender Vorstand

Deutsch-Baltische Handelskammer in

Estland, Lettland, Litauen

Estland

Estland Referendum EU

"Ja zur EU": Werbung im Vorfeld der Volksabstimmung in Estland zum EU-Beitritt

"Ich kann eigentlich keine Verbesserung sehen. Was mir als erstes dazu einfällt, sind die verschiedenen Strafen und Regelungen, die wir jetzt am Hals haben. Aber es ist natürlich einfacher, über die Grenze zu kommen."

Sven Vahar, IT-Spezialist, Tallinn, Estland

"Nach dem Zusammenschluss mit der EU haben wir natürlich bessere Möglichkeiten, zu reisen, zu Handel und Warenaustausch. Aber im Alltag merkt man das kaum. Der Durchschnittsverbraucher merkt nur, dass gewisse Waren teuer geworden sind, beispielsweise Zucker und Bananen, und dass einige schöne Cafés geschlossen wurden, weil sie nicht den Verordnungen entsprachen."

Nele Hendrikson, Projektleiterin, Tallinn, Estland

Lettland

Altstadt von Riga Lettland

Altstadt von Riga, Lettland

"Meiner Meinung nach dient der EU-Beitritt Lettlands nicht dem langfristigen Wohl des Landes. Die Lebenshaltungskosten schießen seither in den Himmel. Die Kosten, beispielsweise für Milch, Erdgas, Elektrizität, Grundnahrungsmittel, Kleidung und andere Dinge steigen, und zwar im zweistelligen Prozentbereich. Es wurde zwar auch in Straßenausbesserung investiert, aber meiner Meinung nach ist das Geld verschwendet, weil zu exzessiv investiert wurde oder in nicht benötigte Projekte. Im Verhalten der lettischen Regierungsbeamten gab es nicht die Verbesserungen, die viele prophezeit haben. Die Politiker bekämpfen sich noch immer gegenseitig und machen keinen oder kaum Fortschritt, was ernste soziale Probleme wie niedrige Renten, Drogen- und Alkoholmissbrauch und geringe Gehälter angeht. Ebenso kann ich auch keine Anstrengungen erkennen, die Umwelt zu schützen. Auch Verkehrsregeln werden so lasch gehandhabt, dass wir immer noch unheimlich viele Unfälle mit Verletzten und Toten haben. Ich könnte noch viel mehr aufzählen über diese Union, die zum finanziellen Wohl derer dient, die sowieso schon zuviel haben. Der Durchschnittsbürger hat durch den EU-Beitritt nichts gewonnen und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, bei der fortschreitenden Verschwendung und Korruption."

Mike Johnson, Geschäftsführer

Patricia Touristenbüro, Riga, Lettland

Auf der nächsten Seite kommen Malteser, Polen, Slowenen und Slowaken zu Wort. Lesen Sie weiter!







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