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Wirtschaft

Ein Jahr auf Be-Währung

Am Neujahrstag 2003 gibt es den Euro ein Jahr in bar – und die Deutschen mögen ihn noch immer nicht so richtig. Aus Brüsseler Sicht dagegen ist die Gemeinschaftswährung ein Erfolg. Allerdings kein ungefährdeter.

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Deutschland ist kein leuchtendes Beispiel

Der Euro hat Boden gut gemacht. Nachdem die Gemeinschaftswährung den Dollar überholt hat, stellt Bundesfinanzminister Hans Eichel fest, die Euro-Zone werde weltweit im Vertrauen aufgewertet, "und das kann nicht schlecht sein". Die erste Schwächephase ist also überwunden, und schon die Einführung als Bargeld lief ja ohne Probleme ab.

Entsprechend froh ist man beim Europäischen Parlament und freut sich über eine "historische Leistung". Doch nicht alle freuen sich mit. Immerhin 54 Prozent der Deutschen wollen die D-Mark wiederhaben – und es werden mehr. Nirgendwo sonst in Euroland hängt man so an der alten Währung.

Staaten im Minus, Euro in Gefahr

Dabei steht die Europäische Währungsunion nun vor ihrer ersten richtigen Feuerprobe. Die Konjunktur kommt nicht in Schwung, und vielerorts ist die Staatsverschuldung das einzige, was wächst. Aus diesen Gründen droht schon vier Euro-Mitgliedern ein Verfahren der EU - betroffen sind unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien, ausgerechnet die größten Wirtschafter in der Euro-Zone. Bei ihnen beträgt das Haushaltsdefizit nämlich mehr als drei Prozent oder kommt dieser Grenze bedrohlich nahe. Für den Fall sieht der Stabilitätspakt Sanktionen vor.

Lieber Papier als Metall

Daneben tut sich ein weiteres Problem auf: Es gibt in Euroland nur eine Währung, also auch nur eine Währungspolitik – die Europäische Zentralbank legt einen Zinssatz für alle fest. Doch die Inflations- und Wachstumsraten der zwölf Euro-Staaten unterscheiden sich stark. Deshalb hätte Deutschland mit seinem schwachen Wachstum gern einen niedrigeren Einheits-Zinssatz, Spanien angesichts seiner Inflation dagegen einen höheren.

Das lässt sich nicht leicht ändern. In einem anderen Bereich wird aber womöglich nachgebessert. Italien und Griechenland haben die Ausgabe von Ein- und Zwei-Euro-Scheinen gefordert – denn Scheine würden den Wert des Geldes besser verdeutlichen als Münzen. Besonders die Italiener haben Schwierigkeiten mit der 1-Euro-Münze. Wim Duisenberg, Präsident der Europäischen Zentralbank, hat in der "Bild am Sonntag" bereits signalisiert: "Wir sind grundsätzlich offen dafür." Allerdings würden die Vorbereitungen mehrere Jahre dauern.(reh)

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