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Politik

Ein historischer Streifzug

Für die Großmächte, die sich gegen Deutschland und Japan verbündet hatten, war schon vor Ende des Zweiten Weltkriegs klar: Nur eine neue internationale Organisation kann langfristig für Frieden in der Welt sorgen.

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Ein dorniger Weg für die Vereinten Nationen

Das erste Projekt einer Weltorganisation war kläglich gescheitert: Der nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund blieb zu schwach - vor allem weil ihm die Großmächte USA und UdSSR fern blieben. Die Organisation konnte weder den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland noch die japanische Expansion in Ostasien verhindern. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war der Völkerbund faktisch tot.

Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill

Väter der "Atlantik-Charta": Roosevelt und Churchill (1941)

Den ersten Schritt zur Gründung der Vereinten Nationen machten die USA und Großbritannien: Im August 1941 unterzeichneten Präsident Franklin D. Roosevelt und Premier Winston Churchill auf einem Kriegsschiff vor Neufundland die Atlantik-Charta. Im Januar 1942 wurde diese Charta von 26 Staaten unterzeichnet, die sich selbst "United Nations" nannten.

Konkreter wurde es dann im Sommer 1944: Im Washingtoner Vorort Dumbarton Oaks einigten sich die USA, Großbritannien, die UdSSR und China auf einen Entwurf der neuen Weltorganisation. Sie schrieben bereits fest, dass die späteren Siegermächte einen ständigen Sitz im zentralen Gremium, dem Sicherheitsrat, haben sollten - und ein Vetorecht.

26. Juni 1945: Geburtsstunde der Vereinten Nationen

Bei der Gründungsversammlung, die im April 1945 in San Francisco begann, waren 50 Staaten vertreten. Nach zweimonatigen Diskussionen unterzeichneten sie schließlich am 26. Juni die Charta der Vereinten Nationen. Drei Monate später, am 24. Oktober, trat die Charta in Kraft. Zu den Meilensteinen der ersten Jahre gehört die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948).

Doch die Teilung der Welt in Ost und West machte das erste Jahrzehnt zu einer schwierigen Zerreißprobe. Die Sowjetunion verließ für mehrere Monate den Sicherheitsrat, weil nicht die kommunistische Führung in Peking sondern die nach Taiwan geflohene Exilregierung den chinesischen Sitz im Sicherheitsrat einnahm.

Koreakrieg - Bauer flüchtet in den Süden

Der Korea-Krieg (1950-53): Erste große Zerreißprobe für die UNO

Dann kam der Korea-Krieg - eine Zerreißprobe für die UNO. Weil der Sicherheitsrat blockiert war, nutzte die Generalversammlung die Gelegenheit, Entscheidungsbefugnisse zu übernehmen. So gab es dann doch grünes Licht für ein militärisches Einschreiten unter UN-Flagge.

Zum befürchteten Zerfall der UNO kam es nicht. 1953 wurde in Korea ein Waffenstillstand erreicht. Und 1955 einigten sich die USA und die UdSSR, dass das kommunistische Volksrepublik den Sitz Chinas im Sicherheitsrat übernehmen sollte. Im gleichen Atemzug wurden noch 15 andere Staaten aufgenommen. Die Vereinten Nationen boomten plötzlich: Bis 1965 verdoppelte sich die Zahl der Mitglieder. Die beiden deutschen Staaten, Bundesrepublik Deutschland und DDR, wurden im Jahre 1973 aufgenommen.

Aufwind für die Vereinten Nationen

Während des Kalten Krieges war der Sicherheitsrat durch das Patt der Vetomächte weitgehend lahm gelegt. Das änderte sich gegen Ende des Ost-West-Konflikts schlagartig. Und plötzlich waren die Vereinten Nationen populärer denn je: 1988 erhielt die UNO für ihre Friedenseinsätze den Friedensnobelpreis. Und: immer häufiger wurde nach Blauhelmen gerufen: Zwischen 1988 und 1993 gab es mehr UN-Friedensmissionen als in den 40 Jahren zuvor. Im Jahre 2001 kam ein zweiter Friedensnobelpreis hinzu - diesmal für die UNO insgesamt und ihren Generalsekretär Kofi Annan.

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