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Ein Hindernislauf

Sie behindern einen, können aus dem Weg geräumt, überwunden oder übersprungen werden – es sei denn, man wird daran gehindert: Hindernisse. Nicht alles im Leben aber kann verhindert werden.

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Ein Hindernislauf – die Folge als MP3

Wer kennt die Situation nicht. Man hat alles so schön geplant und plötzlich tauchen aus dem Nichts jede Menge Hindernisse auf: Eine geplante Reise auf die Malediven kann nicht stattfinden, weil die Fluglotsen streiken, ein Konzertbesuch fällt ins Wasser, weil der Dirigent erkrankt ist und kein Ersatz gefunden werden konnte, und, und, und. Jedem von uns fallen bestimmt jede Menge Beispiele für Hindernisse ein, die verhindern, dass wir etwas tun können. Hindern – ein Wort, das wir etwas näher unter die Lupe nehmen wollen.

Hindern = zurückhalten, hemmen

Es gehört zu den Worten im Deutschen, die in ganz unterschiedlichen Varianten, mit Vor- und Nachsilben, als Adjektiv und Substantiv gebraucht werden. Sein ursprünglicher Sinn ist „zurückhalten“, „hemmen“. Und das kann auf Dinge und auf Menschen zutreffen.

Wird etwas oder jemand an seiner Entwicklung gehindert, kommt etwas oder jemand nicht voran, ist gehemmt. Eine Person kann aber auch in ihrer Entwicklung behindert, zurückgehalten oder gehemmt werden – beispielsweise wegen mangelnder Förderung oder wegen einer Krankheit.

Hindern: nicht immer negativ gemeint

Hindern im wörtlichen wie im übertragenen Sinne heißt: „etwas erschweren“. Die Gründe dafür können von außen kommen. Aber manchmal hindert uns irgendetwas in uns selbst daran, etwas zu tun. Nun klingt das alles ganz danach, als sei hindern ausschließlich negativ zu verstehen. Das ist aber nicht so.

Positiv gebraucht wird das Wort beispielsweise, wenn man jemanden durch einen guten Rat daran hindert, unüberlegt zu handeln und so eventuell Schlimmes verhindert. Auch Menschen, die – wie es nach einem Brand heißt –„nur durch ihr beherztes Eingreifen verhinderten, dass das Feuer auf andere Räume übergriff“, haben etwas Positives getan.

Verkehrsbehinderungen

Ein LKW mit Anhänger liegt bei Nacht nach einem Verkehrsunfall auf der Autobahn

Ein Hindernis, das aus dem Weg geräumt werden muss

Und schon sind wir mitten im Alltag. Zu dem gehören unter anderem auch Staus und Verkehrsbehinderungen, über die wir in den Verkehrsmeldungen informiert werden. Wenn der Verkehr behindert wird, ist das nicht selten sensationslüsternen Verkehrsteilnehmern zuzuschreiben. Hat sich ein Verkehrsunfall auf der Autobahn ereignet, wollen sie nur ja nichts verpassen. Sie fahren auf der Gegenfahrbahn langsam an der Unfallstelle vorbei und gaffen rüber.

Obwohl das Hindernis nicht auf ihrer Seite ist, kommt es zu Behinderungen. Aber nicht immer sorgt ein Verkehrsunfall für Behinderungen. Hindernisse können unterschiedlichster Natur sein. Manchmal tauchen sie in Form verlorener Ladung oder anderer Gegenstände auf.

Überwindliche und unüberwindbare Hindernisse

Ein Hindernis steht, liegt oder ist einfach nur im Weg. Manches Hindernis kann überwunden werden, manchem kann man ausweichen, manches ist allerdings unüberwindbar. Beispiele gibt es genug. So ist ein Erdrutsch, der einen Alpenpass versperrt, ein geradezu unüberwindliches Hindernis.

Wenn aber der LKW vor uns eine Kiste verloren hat, ist diese zwar auch ein Hindernis. Aber mit etwas Glück können wir der Kiste ausweichen und das Hindernis hinter uns lassen. Für uns ist die Kiste jetzt im eigentlichen Sinne kein Hindernis mehr. Denn das ist das Charakteristische aller Hindernisse: Sie liegen vor einem.

Der sportliche Hindernislauf

Ein gutes Beispiel dafür sind die Hindernisse in der Leichtathletik, wie beispielsweise Wassergräben und Hürden unterschiedlicher Höhe, die in bestimmten Abständen stehen. Die Läuferinnen und Läufer müssen sie überspringen.

Man könnte auch sagen, sie müssen die Hindernisse nehmen. Nimmt jemand redensartlich Hindernisse bedeutet das allerdings, dass diese Person Probleme aus dem Weg räumt, für die beispielsweise missgünstige Kollegen gesorgt haben. „Hindernis“ ist – hier in übertragener Bedeutung gebraucht – etwas, was das direkte Erreichen eines Ziels, das Weiterkommen, behindert oder verhindert.

Menschen mit Behinderung

Symbolbild Rollstuhl: Ein Rollstuhlfahrer sitzt im Rollstuhl

Körperlich Behinderte müssen im Alltag viele Hindernisse überwinden

Als behindert jedoch gilt, wer von Geburt an oder später im Leben beispielsweise durch eine Krankheit, einen Unfall oder andere Einflüsse körperlich oder geistig beeinträchtigt ist. Zwar gibt es inzwischen etwa viele behindertengerechte Einrichtungen und sogar Olympische Spiele behinderter Sportlerinnen und Sportler.

Im Umgang mit Behinderten hat sich mit den Jahren einiges verändert, vieles bleibt aber noch verbessert werden. Gerade Behinderte wissen, was es bedeutet, mit Hindernissen umgehen zu lernen. Ihre Behinderung wird zum Hindernis im Alltag und im Berufsleben. Sie werden dort manches Mal behindert.

Zwei Lebensweisheiten

Es mag sein, dass manchem von ihnen dann eine dieser beiden Lebensweisheiten weiterhilft: „Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“, und: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“. Die eine wird dem Philosophen Friedrich Nietzsche zugeschrieben, die andere Johann Wolfgang von Goethe.






Arbeitsauftrag
Analysiere folgenden Spruch von Franz Kafka: „Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist ja keins da.“ Was will Kafka damit sagen? Passt dieser Satz auch auf dich, oder eher nicht? Schreibe eine kurze Analyse, in der du auch begründest, warum der Spruch auf dich zutrifft beziehungsweise nicht zutrifft.

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