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Afrika Cup

Ein Halbfinale voller Gegensätze

Es mag überraschen, dass Burkina Faso im Halbfinale des Afrika-Cups steht, doch das Team verdient es, im Reigen der großen afrikanischen Fußball-Nationen dabei zu sein. Nächster Gegner ist Rekordsieger Ägypten.

Noch nie war die Nationalelf Burkina Fasos bei einer WM-Endrunde dabei. Für die Westafrikaner ist der Afrika-Cup das wichtigste Turnier. Bei der diesjährigen Ausgabe in Gabun geht es am Mittwoch im Halbfinale gegen Ägypten. Trotz aller strukturellen Defizite im Vergleich zu den übrigen Semifinalisten Ägypten, Ghana und Kamerun ist das kein ungewohntes Terrain für Burkina Faso. Die Burkiner beendeten das Kontinentalturnier 1998 als Vierte - und nach einer Finalniederlage im Jahr 2013 gegen Ägypten sogar als Zweite.

Diesmal haben sie ungeschlagen das Halbfinale erreicht und wollen noch einen Platz besser abschließen als vor vier Jahren. "Wir werden gegen Ägypten gewinnen. Ich habe jeden Tag dafür gebetet, und wir werden gewinnen", sagt Sore Hamado der DW. Gemeinsam mit mehr als hundert anderen Fans wurde er von der Regierung Burkina Fasos als Mitglied eines offiziellen Fanklubs nach Gabun geschickt.

Im Viertelfinale zeigte Hamados Team beim 2:0 gegen Ex-Champion Tunesien eine gute Leistung. Zum Halbfinale gegen die Ägypter in Libreville treten "die Hengste", wie der Spitzname des Teams lautet, selbstbewusst an, obwohl sie fast das gesamte Turnier auf ihren stärksten Spieler, Jonathan Pitroipa, verzichten mussten. Der ehemalige Freiburger und Hamburger Bundesliga-Profi, 2013 noch zum besten Spieler des Afrika-Cups gewählt, verletzte sich im zweiten Gruppenspiel am Knie und musste das Turnier beenden.

Bescheidenheit als Schlüssel zum Erfolg

Pitroipas Ersatzmann Prejuce Nakoulma traf fast direkt nach seiner Einwechslung, und auch gegen Tunesien war er erfolgreich. Das zweite Tor gegen die Tunesier steuerte mit Aristide Bancé ein weiterer ehemaliger Bundesliga-Profi bei. Bancé, früher für Mainz und Augsburg aktiv, steht für den Zusammenhalt im burkinischen Team. Geboren in der Elfenbeinküste, wo er momentan nach einer halben Weltreise als Fußball-Profi auch im Verein unter Vertrag steht, ist Bancé unheimlich stolz, für Burkina Faso zu spielen - das Land, in das er mit seiner Familie als Kind übersiedelte.

Afrika Cup - Burkina Fasos Niguimbe Prejuce Nakoulma und Aristide Bance jubeln (picture-alliance/AP Photo/S. Alamba)

Der ehemalige Mainzer und Augsburger Stürmer Aristide Bance soll für Burkina Faso treffen

Bescheidenheit ist der Schlüssel zum Erfolg, zumindest wenn man dem portugiesischen Trainer der Burkiner, Paulo Duarte, glaubt. "Es ist ein Halbfinale, und es ist ein besonderes für mich. Aber es geht um das Kollektiv und nicht um Einzelne", sagte Duarte in einer von zahlreichen Journalisten aus aller Welt besuchten Pressekonferenz. "Wir konnten das Publikum davon überzeugen, dass wir Qualität besitzen und Spiele gewinnen können. Aber wir haben uns die Demut in der Mannschaft bewahrt, und das gibt uns den Willen immer weiter und weiter zu gehen. Allerdings ist Ägypten ein schwerer Gegner, unser schwerster in diesem Turnier. Ägypten hat die Reife und die Fähigkeit, das Spiel zu kontrollieren."

Mit 44 Jahren zum fünften Titel?

Apropos Reife: Keiner im ägyptischen Team ist erfahrener als Torhüter Essam El Hadary, mit 44 Jahren der älteste Spieler des Turniers. Er dachte bereits, sein Traum, den Altersrekord beim Afrika-Cup zu brechen sei dahin, als er im ersten Gruppenspiel nur auf der Bank saß. Doch sein Rivale im Tor, Ahmed El Shenawy, verletzte sich beim 0:0 gegen Mali, als er gegen den Pfosten prallte und ausgewechselt werden musste.

El Hadary hat es geschafft, seinen Platz zwischen den Pfosten im weiteren Turnierverlauf zu verteidigen, teilweise mit großartigen Paraden, die Grundlage waren für die drei aufeinanderfolgenden 1:0-Siege, mit denen Ägypten ins Halbfinale marschierte. "Die neue Generation ist noch jung. Sie hat noch nicht erlebt, wie es ist, den Afrika-Cup zu holen", sagt der Keeper, der den Kontinental-Titel bereits viermal gewinnen konnte. "Daher ist meine Rolle, den Jüngeren von meinen Erfolgen zu erzählen und wie wir sie erreicht haben."

Afrika Cup - Ghana vs Ägypten: Torwart Essam El Hadary jubelt (picture-alliance/abaca/AA)

44 Jahre alt und kein bisschen müde - Essam El Hadary will mit Ägypten den Titel holen

Während El Hadary hinten aufpasst, werden vorne wieder alle Blicke auf Mohamed Salah gerichtet. Der Angreifer der AS Rom war bislang Ägyptens bester Spieler des Turniers. "Sie haben die Kraft, ihre Siegesserie fortzusetzen. Ich glaube an sie", sagte Ägyptens weitgereister argentinischer Trainer Hector Cuper. "Ich noch nie solche bescheidenen Spieler erlebt, die ihre Heimat so sehr lieben."

Beim Duell mit Burkina Faso im Stadion der Freundschaft in Libreville, das 40.000 Zuschauer fasst, werden sich die Ägypter der Übermacht der burkinischen Fans gegenüber sehen. Die Historie spricht für den Finaleinzug des siebenmaligen Rekordchampions Ägypten, der es dann entweder mit Kamerun oder Ghana zu tun bekäme. 

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