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Musik

"Ein großes Zeichen der Hoffnung"

Das Irakische Jugendorchester hat beim Orchestercampus in Bonn sein erstes Auslandskonzert gegeben. Bundespräsident Christian Wulff war als Schirmherr dabei. Musik bringt Menschen zusammen, sagte er im DW-Interview.

Christian Wulff steht mit Dirigenten Paul MacAlindin auf der Beethovenfest Bühne beim Konzert des National Youth Orchestra of Iraq

Bundespräsident Christian Wulff (r) beim Beethovenfest

DW-WORLD.DE: Herr Bundespräsident, Sie haben das National Youth Orchestra of Iraq gehört, Sie haben mit den Musikern gesprochen, Sie kennen das Projekt ein bisschen: Workshops, Konzerte, Kulturdialog. Wie ist Ihr Eindruck vom Orchestercampus der Deutschen Welle und des Beethovenfestes?

Christian Wulff: Es ist einfach ein ganz großes Zeichen von Hoffnung, dass die verschiedenen Gruppen des Irak untereinander sich immer besser verstehen und auch aufeinander abstimmen. Und das ist natürlich auch ein Signal nach außen: Dass mit westlicher Musik durch ein solches Orchester von Arabern und Kurden gespielt, eben das Signal ausgeht, dass Musik verbindet. Gerade das ist geeignet, um Menschen unterschiedlicher Ansätze, Vorstellungen, Herkünfte gut zusammenzubringen.

Sie haben zwei Uraufführungen gehört, beide von der Deutschen Welle in Auftrag gegeben, von Ali Authman und von Mohammed Ezzat. Welche Rolle spielt die zeitgenössische Musik oder auch die zeitgenössische Kunst beim Kulturdialog?

Ich finde es ganz wichtig, dass man immer wieder Avantgardistisches versucht, und es hat dem Publikum super gefallen. Für mich ist es immer bedeutend, dass damit Respekt für andere Ansätze und andere Sichtweisen zusammenhängt. Daraus wird man selber klüger, wenn man einmal sieht, wie aus kurdischer Sicht ein Stück komponiert wird oder aus arabischer Sicht. Es war ein ganz anregender Abend, und ich glaube, dass alle Musikerinnen und Musiker einfach überwältigt sind von der positiven Resonanz des Publikums.

Der Kulturdialog liegt Ihnen auch am Herzen. Wie wichtig ist das für den Dialog der Völker untereinander? Welche Rolle spielen Kultur und Musik in der auswärtigen Kulturarbeit?

Dr. Gero Schließ, Deutsche Welle, Bundespräsident Christian Wulff und DW-Intendant Erik Bettermann

Dr. Gero Schließ (DW), Bundespräsident Christian Wulff und DW-Intendant Erik Bettermann

Europa ist ja gut vorangekommen im gegenseitigen Verständnis nach bitteren Weltkriegen, und die Gründer Europas haben später gesagt, sie hätten eigentlich nicht mit der Wirtschaft beginnen sollen, sondern mit der Kultur, weil dort die Verständigung eigentlich am leichtesten möglich ist, wenn man sich öffnet, wenn man offen ist für Fremde und Fremdes. Das habe ich heute Abend hier erlebt, und das ist sehr begeisternd. Deswegen finde ich solche Projekte der Deutschen Welle großartig, dass man auch finanziell unterstützt, dass solche Kompositionen aufgeführt werden und damit die Musikwelt bereichert wird.

Die Deutsche Welle ist nicht nur eine Kulturunterstützerin, indem sie Aufträge vergibt, sondern auch ein Medienunternehmen. Welche Rolle können die Medien spielen, auch im internationalen Dialog zwischen den Völkern?

Es wird vieles an Konzerten und kulturellen Highlights angeboten übers Internet, und gerade die junge Generation in der arabischen Welt, in Nordafrika, im Nahen Osten, in Asien benutzt das Internet, um sich zu informieren, sich gegenseitig zu verstehen, sich für Neues auch zu öffnen. Da spielt die Deutsche Welle eine große Rolle, weil sie immer besser empfangbar ist in vielen Ländern der Welt und weil sie über das Internet verbreitet wird.

Das Interview führte Gero Schließ

Redaktion: Rick Fulker

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