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Wirtschaft

Ein großer, aber kein einfacher Markt

Der deutsch-chinesische Handel boomt. Das Heimatland des VW ist Investor Nr. 1 in Shanghai. In anderen Gebieten spricht die chinesische Presse bereits von Klein-Schwaben.

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Skyline von Shanghai

Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa, und in Shanghai sind die Deutschen seit der Kanzlerreise im November letzten Jahres sogar Investor Nr. 1. Schröders Besuch hat gezeigt, wie sehr die deutsche Industrie gewillt ist, an der dynamischen Entwicklung Chinas Teil zu haben. Die Volksrepublik ist für die Deutschen einer der letzten Zukunftsmärkte, die es zu erobern gilt. Es gibt wohl kaum ein Land, das die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Großindustrie so oft besuchen wie China.

Beispiel Transrapid

Besonders wenn es um ein Prestigeprojekt wie den Transrapid geht, muss die 1. Liga aufs Feld, meint Bundeswirtschaftsminister Müller: "Ich habe gehört, dass die beiden Herren von Pierer und Schulz, die sich das Projekt ja zu 50% teilen, sich auch selbst noch mal in die Rolle eines Projektmanagers hinein begeben haben, was ja sonst bei
diesen Vorstandsvorsitzenden nicht mehr so häufig der Fall ist."

Transrapid

Der Bau des Transrapid in Shanghai zeigt jedoch auch, wie wichtig in China noch immer die politische Flankierung ist, wenn es darum geht, den Interessen deutscher Investoren Nachdruck zu verleihen. Fast jeden Monat ist ein deutscher Politiker in Shanghai, um sich von den Baufortschritten zu überzeugen.

Es folgt der Mittelstand

Doch längst sind es nicht mehr nur die Großunternehmen, die den Sprung nach China wagen. Die Handelskammer in Shanghai verzeichnet seit dem letzten Jahr einen auffallend stark wachsenden Zustrom von Mittelständlern. Die wollen in der Regel nicht nur schauen, sondern ein eigenes Unternehmen gründen. Beruhigend sei, so die deutsche Handelskammer, dass sie sich viel besser auf den Markt vorbereitet hätten, als ihre Vorgänger, die nicht selten beim ersten Anlauf eine Bauchlandung machten.

Im Industriepark Taicang, 50 km nordwestlich von Shanghai, trifft man auf zahlreiche Mittelständler, die von Anfang an auf ein eigenes Unternehmen gesetzt haben. In den letzten fünf, sechs Jahren haben sich hier so viele deutsche Unternehmen angesiedelt, dass die chinesische Presse bereits von Klein-Schwaben spricht. Denn von Fischer-Dübeln über Kettensägen von Stihl hin zu Spezialmaschinen von Trumpf oder Kern-Liebers wird inzwischen hier produziert, was einst aus Schramberg, Waiblingen oder Tummlingen stammte.

Rund 100 Millionen Euro haben die Deutschen inzwischen in Taicang investiert. Und dafür werden sie hofiert. Auch kleine und mittlere Unternehmen werden im Industriepark Taicang begrüßt, als handle es sich um einen Multi vom Schlage Coca Cola. Den Mittelstand locken besonders die niedrigen Kosten für Miete und Personal in der Industriezone.

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