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Europa

Ein Gerät für alle

Viele haben schon einmal ihr Ladegerät für das Handy vergessen – und erleben müssen, dass Freunde ihnen nicht aushelfen können. Denn fast jedes Handy hat ein eigenes Gerät. Aber: Vielleicht gibt es bald eine Lösung.

Mobiltelefon (Foto: DW)

Bald könnte ein Ladegerät für alle Handys passen

Viele EU-Bürger ärgern oder amüsieren sich über einen angeblichen Vereinheitlichungsdrang der Europäischen Kommission. Stichwort: Gurkenkrümmung - die einschlägigen Vorschriften dazu sind inzwischen abgeschafft.

Aber auf manchen Gebieten würden viele Menschen eine Standardisierung begrüßen, zum Beispiel bei Handy-Ladegeräten. Es gibt nämlich mehrere Dutzend unterschiedliche Geräte in Europa. Damit ist gewährleistet, dass Ihnen Ihr freundlicher Kollege mit seinem Ladegerät garantiert nicht aushelfen kann, wenn Sie Ihres zuhause vergessen haben. Industriekommissar Günter Verheugen will das ändern. "Meine Geduld mit der Industrie ist jetzt zu Ende, und wenn die Industrie jetzt nicht bald mit einer Lösung für einheitliche Ladegeräte kommt, dann werden wir die Industrie dazu zwingen", sagt er.

Je mehr Geräte es gibt, desto mehr landen auch im Müll

Die Industrie ist sich des Problems zwar bewusst, macht aber vor allem rechtliche und technische Schwierigkeiten geltend. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir ein Ladegerät für alle Handys entwickeln werden. Dazu sind die Spannungsanforderungen und die Batterien zu unterschiedlich", erklärt Tony Graziano, Direktor der Vereinigung der Europäischen Informations- und Fernmeldebranche (EICTA). Aber sie könnten die Zahl der unterschiedlichen Geräte verringern.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen (Foto: dpa)

EU-Industriekommissar Günter Verheugen

Die unterschiedlichen Typen sind aber nicht nur ärgerlich für den Benutzer, sondern auch ein Umweltproblem. Denn mit jedem neuen Handy kauft man ein weiteres Ladegerät, das irgendwann im Müll landet. Dem Einwand Grazianos, ein einziges Standardgerät sei nicht möglich, widerspricht Verheugen. Früher habe die Industrie Sicherheitsgründe geltend gemacht, warum das so sein müsse. Aber die seien nun entfallen. "Man kann heute ohne weiteres für Handys aller Art dasselbe Ladegerät benutzen. Wir haben die rechtlichen und die politischen Möglichkeiten, diesen Zustand zu beenden", sagt er.

Der Zeitpunkt für ein einheitliches Gerät: unbekannt

Der Druck der Kommission überrascht Graziano ein wenig. Die EICTA habe mit der Kommission einen Fahrplan für eine gewisse Standardisierung ausgearbeitet. "Wir machen die Kommission gerade auf die Probleme aufmerksam. Wir wollen der Kommission einen möglichen Lösungsansatz unterbreiten. Ich glaube, das wird sicher in den kommenden Wochen passieren", sagt er.

Wann die Verbraucher tatsächlich mit einem einheitlichen Ladegerät rechnen können, dazu wollte aber keiner etwas Genaues sagen.

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