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Aktuell Asien

Ein Gebet für Malala

Taliban schossen die 14-Jährige nieder, weil diese offen das Treiben der Radikal-Islamisten verdammte. Die Tat hat die Pakistaner schockiert. Umso beeindruckender sind die Zeichen des Mitgefühls für Malala Yousufzai.

Muslime in ganz Pakistan haben den Freitag als Gebetstag für Malala Yousufzai begangen. Laut der Zeitung "Pakistan Today" beteten Imame in den Moscheen von Islamabad, Lahore, Karachi, Peshawar und anderen Städten für die 14-jährige Kinderrechtsaktivistin, die bei einem Anschlag von Taliban durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden war. Auch die Schulen schlossen sich landesweit mit Gedenkminuten an. In Lahore verurteilten nach Berichten von "Pakistan Today" über 50 muslimische Kleriker und Gelehrte eines sunnitischen Dachverbands den Angriff auf das Mädchen als im Widerspruch zum Islam und der Scharia. Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar nannte den Mordversuch an dem Mädchen einen "Weckruf" für die Nation.

Yousufzai wird weiter in einer Militärklinik in Rawalpindi behandelt. Das Mädchen liegt im künstlichen Koma. Die Ärzte haben einen weiteren Eingriff unternommen, um eine Schwellung im Gehirn zu reduzieren. Militärsprecher Asim Bajwa sagte laut dem US-Sender CNN, Neurochirurgen und Intensivmediziner seien "zufrieden" mit der Verfassung Yousufzais. Die nächsten 36 bis 48 Stunden seien aber sehr wichtig.

Erwachsene protestieren mit Kerzen in der Hand gegen den Mordanschlag der Taliban auf Malala Yousufzai (Foto: Reuters)

Auch Erwachsene reihen sich ein in den stillen, aber eindrucksvollen Protest gegen den Mordversuch der Taliban

Yousufzai war am Dienstag auf dem Heimweg von der Schule im nördlichen Swat-Tal von Taliban angegriffen und durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden. Die Jugendliche lebt in Mingora, der Hauptstadt des Swat-Tals. Anfang 2009 eroberten die extremistischen Taliban die Stadt und verboten allen Mädchen den Schulbesuch.

Taliban-kritisches Tagebuch

Yousafzai schrieb in dieser Zeit für den britischen BBC-Sender ein Taliban-kritisches Tagebuch über ihr Leben in dem von den radikal-islamischen Kämpfern kontrollierten Tal. Zugleich setzte sie sich für die Schulbildung von Mädchen ein. Für ihr Engagement erhielt sie in Pakistan einen Nationalen Friedenspreis.

Die Polizei nahm drei Tatverdächtige fest. Die jungen Männer zwischen 17 und 22 Jahren aus dem Gebiet um den Ort Sangota im nördlichen Swat-Tal seien am Donnerstagabend gefasst worden, teilten die Behörden mit. Sie hätten einen Auftraggeber benannt, nach dem jetzt gesucht werde. Örtliche Taliban dementierten, dass Kämpfer von ihnen festgenommen worden seien. Es gebe aber zahlreiche trainierte Milizen in der Region, hieß es weiter.

Etliche Tote bei Bombenanschlag

Bei der Explosion einer Autobombe wurden am Samstag auf einem Marktplatz im Nordwesten Pakistans mindestens 15 Menschen getötet. Mindestens 25 Menschen seien verletzt worden, teilten Rettungskräfte und Sprecher von Behörden mit. Die Bombe sei in einem Kleinlastwagen in Darra Adam Khel nahe Peschawar versteckt gewesen, sagte ein Polizeioffizier.

Ziel des Anschlags sei vermutlich das Büro eines Komitees von Freiwilligen gewesen. Die Gruppe unterstützt die Regierung im Kampf gegen radikale Islamisten. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die Region wird von Kämpfern der radikalen Islamistengruppe Tariq Afridi kontrolliert. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari und Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf verurteilten den Anschlag.

sti/SC/kle (dpa, epd, kna, rtr)