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Fußball

Ein Fußballkrimi ohne Sieger

Ein Spiel voller Emotionen, ohne jede Logik, dafür mit viel Dramatik: Dortmund und Stuttgart trennen sich im Auftaktspiel des 28. Spieltages mit 4:4 unentschieden. Für die Verfolger verspricht das Ergebnis Hoffnung.

Am Ende sah man in den Gesichtern der Spieler die ganze Palette der menschlichen Emotionen: Freude und Enttäuschung, Überraschung und Entsetzen, Ausgelassenheit und Ratlosigkeit. Das 4:4 (1:0) zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart sah zwar keinen Sieger, dafür aber eine verrückte Partie. "Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer", meinte Roman Weidenfäller, der vier Treffer kassierte und das Match als gefühlte Niederlage wahrnahm. Auch sein Teamkollege Mats Hummels sprach von einem Spiel, "dass wir nie hätten verlieren dürfen. Da kam schon einiges an Pech zusammen."

An Dramatik kaum zu überbieten

Julian Schieber jubelt (Foto:Martin Meissner/AP/dapd)

Julian Schieber drehte das Spiel für Stuttgart

Aber der Reihe nach. Die mit 80.000 Zuschauern wie immer ausverkaufte Dortmunder Arena sah einen Fußballkrimi zur besten Sendezeit in Deutschland. Meister Dortmund spielte vor heimischem Publikum zunächst meisterlich souverän, führte schon 2:0. Dann rappelte sich Stuttgart auf, drehte mit einer irrwitzigen Aufholjagd plötzlich das Spiel: 3:2. Doch Dortmund antwortete, glich zum 3:3 aus und kurz vor dem Ende fiel dann auch noch der umjubelte Siegtreffer zum 4:3 – dachten alle. Denn in diesem an Dramatik kaum zu überbietenden Fußballspiel gab es in der Nachspielzeit noch ein Tor: den Ausgleich zum 4:4 für die Stuttgarter, die dieses Ergebnis wie einen Sieg feierten.

Somit wurde in den Schlusssekunden aus einem psychologischen Big Point für Dortmund auf dem Weg zur Meisterschaft ein kleiner Rückschlag im Titelrennen. Dabei hatte für den BVB alles so gut begonnen an diesem Abend: Shinji Kagawa, Borussia Dortmunds Antrieb und Steuermann in einer Person, trumpfte wie schon in den vergangenen Partien auf und traf in der 33. Minute zum 1:0 für Dortmund. Es war bereits das 12. Saisontor des Mittelfeldspielers, dem der BVB einen Vertrag bis 2016 angeboten haben soll, doch noch fehlt die Unterschrift des Spielgestalters. Sie wäre ein weiterer Stein im BVB-Mosaik nach der Vertragsverlängerung mit Mario Götze in dieser Woche.

Dortmund feierte zu früh

Der Dortmunder Torschütze Mats Hummels (l.), Sebastian Kehl (M.) und Ivan Perisic (r.) von Borussia Dortmund jubeln über das Tor zum 3:3. (Foto: Kevin Kurek dpa/lnw)

Unbändige Freude beim BVB über den 3:3-Ausgleich - doch Stuttgart sollte noch einmal antworten

Dortmund war das bestimmende Team des ersten Durchganges, hatte Großchancen, während dem VfB ein fälliger Elfmeterpfiff versagt blieb. Auch nach der Pause beeindruckte der BVB mit Spielwitz, dem 2:0 durch Jakub Blaszczykowski (49.) und die Dortmunder Fans besangen schon einmal die Meisterschaft – zu früh, wie sich darauf zeigte. Denn Vedad Ibisevic (71.) und zwei Mal Julian Schieber (77./79.) drehten plötzlich das Spiel zugunsten der Gäste aus Stuttgart, die eiskalt einige Fehler in der Dortmunder Defensive ausnutzten.

Doch Dortmunds Schwarz-Gelbe stachen wie wütende Wespen zurück: Erst markierte Mats Hummels den Ausgleich (82.), ehe Ivan Perisic das 4:3 (87.) erzielte und Dortmund erneut an den Sieg glauben ließ. Doch dank einer Konfusion zwischen Dortmunds Verteidigern konnte Christian Gentner in der 92. Minute doch noch den Ausgleich zum 4:4-Endstand erzielen. Für die aufstrebenden Stuttgarter war es ein Punkt, mit dem man beim VfB "sehr zufrieden" sein kann, wie Doppeltorschütze Julian Schieber meinte, während der Titelkampf nun wieder spannender werden dürfte.

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