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Wirtschaft

Ein Feuerwerk guter Nachrichten

Herz, was willst Du mehr: Die Bundesbank erhöht ihre Wachstumsprognose, der Ifo-Index steigt auf Rekordhöhen, und die staatliche KfW-Bank registriert eine wachsende Kreditnachfrage.

Die Bundesbank sieht die Wirtschaft in Deutschland in einer "breit angelegten, recht kräftigen Aufwärtsbewegung". Für das laufende Jahr rechnet die Bundesbank mit 1,9 Prozent Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland. Bei ihrer vergangenen Konjunkturprognose im Dezember war die Notenbank noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Auch ihre Prognosen für 2018 (plus 1,7 Prozent) und 2019 (plus 1,6) hat die Bundesbank um je 0,1 Prozentpunkte erhöht. 

"Die deutsche Wirtschaft dürfte im Frühjahr 2017 den kräftigen Expansionskurs aus dem Winterhalbjahr fortsetzen", schrieben die Bundesbank-Experten in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. "Getragen wird die Aufwärtsbewegung derzeit vor allem von der lebhaften Industriekonjunktur, die nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland wichtige Impulse erhält." Im ersten Quartal wuchs Europas größte Volkswirtschaft um 0,6 Prozent und damit kräftiger als die meisten anderen Industrienationen.

Volle Auftragsbücher

Die Bundesbank erwartet angesichts voller Auftragsbücher und der guten Stimmung in der Branche mit einem anhaltenden Bauboom. Auch die Dienstleister dürften ihren Aufwärtstrend fortsetzen. "Hierfür spricht die anhaltende Zunahme der Beschäftigung", betonte die Notenbank. "Die sehr vorteilhafte Arbeitsmarktlage stützt die Konsumentenstimmung und ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass der private Verbrauch seine Rolle als wichtiger Eckpfeiler des Aufschwungs beibehält."

Für Schwung sorge auch die lebhafte Industriekonjunktur, die sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland wichtige Impulse erhalte. Insbesondere  in anderen Euroländern waren Produkte "Made in Germany" zuletzt stark gefragt. Der private Konsum wird den Wirtschaftsaufschwung nach Einschätzung der Bundesbank-Ökonomen weiter beflügeln: "Die sehr vorteilhafte Arbeitsmarktlage stützt die Konsumentenstimmung und ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass der private Verbrauch seine Rolle als wichtiger Eckpfeiler des Aufschwungs beibehält."

Gute Stimmung

Unterdessen erklimmt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft immer neue Höhen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni erneut auf einen Rekordwert, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag mitteilte. Der Index erhöhte sich von 114,6 Punkten auf 115,1 Punkte und überbot damit noch einmal den Wert vom Mai. "In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.

Die Unternehmen waren den Angaben zufolge nochmals "deutlich zufriedener " mit ihrer aktuellen Lage. Der entsprechende Index stieg von 123,3 Punkten auf 124,1 Punkte. Auch die Erwartungen an das Geschäft im kommenden halben Jahr verbesserten sich erneut leicht. Der Index erhöhte sich von 106,5 Punkten auf 106,8 Punkte. Für den Ifo-Geschäftsklimaindex befragt das Wirtschaftsforschungsinstitut jeden Monat rund 7000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe sowie dem Groß- und Einzelhandel.

Mehr Investitionen

Neben Bundesbank und Ifo-Institut wartet auch die staatliche KfW-Bank mit guten Nachrichten auf. Sie schätzt, dass das Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen im ersten Quartal "überraschend stark um 3,1 Prozent zugelegt" hat. Mit anderen Worten: Die Unternehmen werden nach monatelanger Zurückhaltung wieder mutiger in ihren Investitionsentscheidungen.

"Die Chancen stehen gut, dass der Kreditmarkt den Schwung mit in den Sommer nimmt" schreibt die KfW. Ein Mix aus mehreren Faktoren treibe die positive Entwicklung: Eine gute Konjunktur, die Erwartung steigender Kreditkosten und die Abnahme politischer Risiken in Europa. "Die Wahlergebnisse der zurückliegenden Monate - sei es in den Niederlanden, in Österreich oder in Frankreich - haben die desintegrativen Kräfte in ihre Schranken verwiesen. Das sind positive Zeichen für Europa und auch für Deutschland", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkwirt der KfW Bankengruppe.

Anzeichen für eine Zinswende

"Für die Unternehmen sinkt die Unsicherheit und damit die Hürde, sich für mehr Investitionen zu entscheiden. Das Kreditneugeschäft wird davon im laufenden und im nächsten Quartal profitieren", so Zeuner weiter. Auch von Seiten der Inflation seien erste Normalisierungstendenzen sichtbar. Das habe die Europäische Zentralbank veranlasst, verbal die Voraussetzungen für einen allmählichen Ausstieg aus ihrer unkonventionellen Geldpolitik zu schaffen.

Jenseits des Atlantiks hat die US-Notenbank ihre Leitzinsen bereits mehrfach angehoben. "Insgesamt stehen die Zeichen auf Zinswende. Die Kreditkosten werden sich perspektivisch verteuern. Das setzt investitionswillige Unternehmen unter - einen für den Kreditmarkt durchaus erfreulichen - Handlungsdruck", sagt Zeuner.