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Zum Tod von Helmut Kohl

Ein Europäischer Staatsakt für Helmut Kohl in Straßburg

Damit will EU-Kommissionspräsident Juncker den verstorbenen Altkanzler ehren. Es wäre das erste Mal überhaupt, dass auf europäischer Ebene ein solcher Staatsakt ausgerichtet würde.

Das Gebäude des Europaparlaments in Straßburg (Foto: picture-alliance/Winfried Rothermel)

Das Gebäude des Europaparlaments in Straßburg. Ein weiterer Sitz der Volksvertretung ist Brüssel

Jean-Claude Juncker sagte der "Bild am Sonntag": "Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen. Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde."

Der Staatsakt soll nach Informationen der Zeitung in Straßburg stattfinden. Es wäre das erste Mal, dass so eine Zeremonie auf europäischer Ebene stattfände. Das Blatt schreibt weiter, für Kohl sei eine Totenmesse im Dom von Speyer geplant. Vorerst solle der Altkanzler in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim aufgebahrt bleiben. 

Kommissionspräsident Juncker verwies auf die Verdienste Kohls für Europa: "Helmut Kohl war ein deutscher Europäer und ein europäischer Deutscher. Er hat die Geschicke und die Geschichte dieses Kontinents geprägt, indem er die Menschen in Ost und West in Einheit zusammengebracht hat. Dies war ihm eine besondere Mission."

Helmut Kohl, Maike Richter-Kohl und Jean-Claude-Juncker bei einem Treffen im November 2014 in Frankfurt am Main (Foto: Reuters/K. Pfaffenbach)

Helmut Kohl, Maike Richter-Kohl und Jean-Claude Juncker bei einem Treffen im November 2014 in Frankfurt am Main

Juncker hatte sich tief betroffen über den Tod seines "engen Freundes" Kohl gezeigt. Dieser sei Europa und ihm persönlich "ein echter Vertrauter und Verbündeter" gewesen, erklärte Juncker am Freitag in Brüssel. Der frühere Bundeskanzler habe ihn "auf allen europäischen Wegen "geleitet und begleitet". 

Bislang gibt es nur drei europäische Ehrenbürger. Neben Kohl sind das die Franzosen Jean Monnet und Jacques Delors. Der 1979 verstorbene Monnet war Urheber des Schuman-Plans - dieser gilt als Grundstein der europäischen Integration -, ehemaliger Präsident der Hohen Behörde der Montanunion von 1952 bis 1955 sowie Mitbegründer und Vorsitzender des Aktionskomitee für die Vereinigten Staaten von Europa (ACUSE) von 1955 bis 1975. Der inzwischen 91 Jahre alte Delors war Präsident der Europäischen Kommission von 1985 bis 1994.   

sti/jj (dpa, kna)

 

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