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Asien

Ein Erfolg für die internationale Gemeinschaft

Gut zwei Wochen nach der Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg hat die afghanische Interimsregierung ihr Amt angetreten.

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Der Moment der Übergabe: Alt-Präsident Rabbani (links) umarmt seinen Nachfolger Hamid Karzai.

Der paschtunische Stammesführer Hamid Karsai und die anderen 29 Kabinettsmitglieder wurden am Samstag (22. Dezember) in Kabul vereidigt. Nach der ersten friedlichen Amtsübergabe in dem Land seit Jahrzehnten umarmte der scheidende Präsident Burhanuddin Rabbani den neuen Regierungschef unter dem Applaus der anwesenden Stammesführer und Diplomaten.

Aufruf zur brüderlichen Einheit

"Ich verspreche Ihnen, dass ich meinen Auftrag, Frieden nach Afghanistan zu bringen, erfüllen werde", sagte Karsai in seiner Antrittsrede. "Als Ergebnis des langen Krieges ist unser Land zerrüttet worden." Der 44-Jährige fügte hinzu: "Wir sollten uns die Hände reichen, um Brüder und Freunde zu sein. Vergessen Sie die schmerzliche Vergangenheit." Die Anwesenden brachen nach der Rede in tosenden Beifall aus. Zu den vorrangigen Themen seiner Regierung nannte Karsai Meinungsfreiheit, Rechte der Frauen und die Reformierung des Bildungswesens.

Hoffnung auf Neubeginn

Der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi sprach in seiner Rede von einem bedeutenden Tag für Afghanistan, die Vereinten Nationen und die gesamte internationale Gemeinschaft. Die neue Regierung übernehme ein Land, das seit vielen Jahren vernachlässigt worden sei, betonte Brahimi. Gleichzeitig appellierte er an die Staatengemeinschaft, den Wiederaufbau in Afghanistan zu unterstützen.

Die Interimsregierung soll nach dem Sturz der Taliban zunächst ein halbes Jahr lang die Geschicke des Landes lenken. Die Zusammensetzung war Anfang des Monats auf der Afghanistan-Konferenz bei Bonn vereinbart worden. Die Zeremonie im Innenministerium fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Das Gebäude war komplett abgeriegelt, britische Marineinfanteristen und afghanische Polizisten patrouillierten in der Hauptstadt.

Schröder verspricht Hilfe

Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte der Interimsregierung unmittelbar nach der Vereidigung. Schröder schrieb in einem Glückwunschtelegramm, Afghanistan könne sich darauf verlassen, dass Deutschland es beim Wiederaufbau "nach Kräften unterstützen wird, wie es der langen Tradition deutsch-afghanischer Freunschaft entspricht".

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