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Kultur

Ein Erbe als Ablass

Eine Auszeichnung, die Ruhm und Ehre mit sich bringt: Der Nobelpreis ist nach dem schwedischen Chemiker Alfred Nobel benannt und soll jenen zukommen, die "der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben".

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Explosive Erfindung und schlechtes Gewissen: Alfred Nobel

Die Erfindung des Sprengstoffs Dynamit im Jahr 1867 hat den schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel reich gemacht. Dynamit erwies sich zunächst beim Straßen-, Tunnel- und Kanalbau als nützlich. Doch schon bald sollte der brisante Stoff auch neue Wege der Kriegsführung eröffnen. Der Sprengstoff wurde als fürchterliche Waffe gegen die Menschheit gerichtet.

Nagendes Gewissen

Da offenbar sein Gewissen an ihm nagte, setzte Alfred Nobel kurz vor seinem Tod am 10. Dezember 1896 einen Preis aus. Er verfügte in seinem Testament von 1895, dass ein Teil seines Reichtums in eine Stiftung einfließen sollte. Die Zinsen aus dem Stiftungskapital sollten als Preis jenen zukommen, die den Einsatz von Dynamit als Waffe verhindern oder in anderer Weise zum Nutzen der Menschheit wirken.

Laut Nobels Testament eignet sich als Preisträger, wer "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht" hat. Friedenspreisträger sollte sein, wer für die "Verbrüderung der Völker", für die Verringerung der Zahl der Soldaten oder für Friedenskongresse gewirkt habe. Auf dem Gebiet der Literatur sollte ausgezeichnet werden, wer sich "in idealistischer Richtung" besonders verdient gemacht habe.

Verdienste oft spät erkennbar

In der Naturwissenschaft geht es in Physik, Chemie und Medizin um die "wichtigste Entdeckung, Erfindung oder Verbesserung", wie es im Testament heißt. Die Bestimmung über das "verflossene Jahr" ließ sich nicht halten, da sich der Wert von Entdeckungen oftmals nicht sofort zeigt.

Nach den Statuten, die sich die Nobelstiftung im Jahr 1900 gab, sind daher auch später erkennbare Verdienste nobelpreiswürdig. Die ersten Preise wurden 1891 verliehen. Die Preise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Eine Regelung, die Nobel von schwedischer Seite den Vorwurf einbrachte, unpatriotisch gehandelt zu haben: Das Verhältnis zwischen Schweden und Norwegen war zur damaligen Zeit gespannt.

Neue Disziplin: Wirtschaftswissenschaften

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften nimmt im Reigen der Nobelpreisdisziplinen übrigens eine Sonderstellung ein: Er stammt gar nicht vom Begründer der Auszeichnung, sondern wurde erst 1968 von der schwedischen Reichsbank gestiftet. Seine erste Verleihung fand 1969 statt. (am)

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