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Wissen & Umwelt

Ein Eldorado für Spitzenwissenschaftler

80 Institute gehören zur Max-Planck-Gesellschaft. Hier findet Grundlagenforschung auf international höchstem Niveau statt. In den Naturwissenschaften aber auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Nervenzelle einer Schlammschnecke. (Foto: MPI)

Nervenzelle einer Schlammschnecke. Visualisiert vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Der Theologe Adolf von Harnack fand vor etwa hundert Jahren ein ganz einfaches, aber wirkungsvolles Rezept: Man nehme einen herausragenden Wissenschaftler, baue um ihn herum ein Institut nach dessen Gusto und schon entsteht Forschung der Spitzenklasse. "Dass dann auch für die Menschheit etwas Brauchbares dabei herauskommt, das belegen die Erfolge der Max-Planck-Institute", sagt Berthold Neizert, Referatsleiter für Internationale Beziehungen bei der Max-Planck-Gesellschaft: "Wir haben hier sehr viele Beispiele dafür, dass aus einer Wissenschaft, die aus reiner Neugier getriebenen wird, sehr erfolgreiche wirtschaftliche Anwendungen entstehen."

Max Planck (1858-1947) Foto: dpa

Aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften wurde 1948 die Max-Planck-Gesellschaft. Namensgeber war der Physiker und Nobelpreisträger Max-Planck (1858-1947)

Eine hundert Jahre alte "Exzellenz-Initiative" in Deutschland

Siebzehn Nobelpreisträger hat die Max-Planck-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1948 hervorgebracht. Rechnet man die ihrer Vorgängerinstitution, der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, noch dazu, so sind es 32. Die Grundlagenforschung auf Höchstniveau lassen sich der deutsche Staat und die sechzehn Bundesländer einiges kosten: Das Jahresbudget der Max-Planck-Gesellschaft von etwa 1,3 Milliarden Euro stemmen sie zu rund 85 Prozent. Der Rest kommt aus Drittmitteln. Von so viel gut gepolsterter Planungssicherheit können andere Forschungseinrichtungen nur träumen.

Forschungsfreiheit und Planungssicherheit

Die Kombination von Forschungsfreiheit und Planungssicherheit ist auch der Grund, warum Wissenschaftler aus aller Welt für die Max-Planck-Gesellschaft arbeiten möchten. Solche Voraussetzungen bietet ihnen sonst kaum eine Institution. Häufig will der Auftraggeber mitreden oder die Finanzierung eines Forschungsvorhabens ist nicht unbegrenzt garantiert.

Die Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard (Foto: dpa)

Die Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard ist eine von 17 Max-Planck-Forschern, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.

Internationaler Wettstreit um Spitzenwissenschaftler

Den Wettbewerb um die besten Gelehrten und die Konkurrenz der US-amerikanischen Top-Universitäten brauche die Max-Planck-Gesellschaft daher nicht zu fürchten, sagt Berthold Neizert. Sie spiele hier in der wissenschaftlichen Champions League mit.

Entsprechend hoch ist der Anteil der ausländischen Wissenschaftler in den Max-Planck-Instituten. Unter den Doktoranden sind es mehr als 50 Prozent. Ein Beispiel ist Beata Tyborska. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München konnte der jungen Physikerin Bedingungen bieten, die sie in ihrem Heimatland Polen vergeblich gesucht hat. In Garching betreibt sie an hoch komplexen Apparaten Materialforschung für den neuen Kernfusionsreaktor ITER im französischen Cadarache."Physik nur theoretisch zu studieren, das wäre für mich nie infrage gekommen", meint die polnische Doktorandin.

Die Forschungstätigkeit von Beata Tyborska wird von deutschen Steuergeldern finanziert. Ihre hervorragende Ausbildung in Polen bringt sie dafür aber gratis mit. Die Grundlagenforschung, die sie hier betreibt, kommt nicht nur Deutschland zugute, sondern der ganzen Welt: Alle Forschungsergebnisse der Max-Planck-Gesellschaft werden in Fachjournalen und in einer eigenen Zeitschrift publiziert und damit auch der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung gestellt.


Autorin: Dorothee von Canstein
Redaktion: Svenja Üing

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