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Fußball

Ein Eigentor entscheidet das Aufsteiger-Duell

Zum Auftakt des 15. Spieltag schlägt St. Pauli den 1. FC Kaiserslautern. Ansonsten stehen drei brisante Derbys an, Schalke steht gegen Bayern mächtig unter Druck. Und Dortmund könnte schon vorzeitig Herbstmeister werden.

Fussball, 1. Bundesliga, Saison 2010/2011, 15. Spieltag, FC St. Pauli - 1. FC Kaiserslautern, Freitag (03.12.10), Millerntor-Stadion, Hamburg: St. Paulis Spieler feiern den Treffer für ihre Mannschaft. (Bild: dapd/Philipp Guelland)

Jubel bei St. Pauli

Der FC St. Pauli hat den freien Fall gestoppt. Die Hamburger gewannen am Freitagabend dank eines Eigentores von Christian Tiffert das Aufsteiger-Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:0 (0:0) und feierten damit den ersten Erfolg nach zuvor sechs sieglosen Partien. Für die Hanseaten war es der erste Erstliga-Sieg gegen die "Roten Teufel" seit 20 Jahren. Der FCK um Unglücksrabe Tiffert, der den Ball in der 48. Minute ins eigene Tor köpfte, wurde nach dem fulminanten 5:0 gegen den FC Schalke 04 und zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen dagegen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Eine Charakterfrage

FC Schalke 04 beim Training

Eisige Stimmung: die Schalker Spieler in kurzen Hosen. Der Trainer und die Assistenten mit langen.

Nach dieser blamablen Niederlage ist die Stimmung der Gelsenkirchener ähnlich ihrem Tabellenplatz: Sie ist im Keller. Der Vizemeister steht derzeit auf dem 15. Rang. Und der nächste Gegner am Samstag (04.12.2010) ist ausgerechnet der deutsche Rekordmeister Bayern München. Dass die Verantwortlichen nervös sind, ist offensichtlich: So wurde unter der Woche eine Krisensitzung einberufen. Zudem hat Trainer und Manager Felix Magath den Weihnachtsurlaub auf ein Minimum gestrichen, den Trainingsbeginn um eine Stunde vorverlegt, und die Profis müssen ohne Handschuhe und in kurzen Hosen bei Minustemperaturen trainieren.

"Die Mannschaft hat trotz der widrigen Verhältnisse gut trainiert und in einer internen Sitzung eine positive Reaktion gezeigt. Ich denke, dass sie Charakter zeigen und sich für die Fans ins Zeug legen wird", so Magath. Den Münchnern ist die brisante Lage beim Revierklub gar nicht recht. "Das sind die gefährlichsten Gegner, die Probleme haben. Ich glaube nicht, dass Schalke gegen uns schwach spielen wird", warnt Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Gegen den eigenen Nachwuchs

Gegen Eintracht Frankfurt traft Hoffenheims Spieler Vukcevic. Foto: Thomas Lohnes/dapd

Sprunggewaltig: Torschütze Vukcevic

Stuttgart trifft an diesem Spieltag auf die eigene Jugend. Denn bei Gegner Hoffenheim spielen mit Jaissle, Compper, Vukcevic, Rudy, Weis und Beck gleich sechs Spieler, die beim Ligakonkurrenten von nebenan ausgebildet wurden. Ein Blick auf die derzeitige Tabellensituation zeigt, dass die Transfers womöglich Fehler waren: Denn der VfB ist nach drei sieglosen Spielen Vorletzter, Hoffenheim dagegen Sechster. Die Schwaben können sogar auf den letzten Platz abrutschen, wenn sie nicht gewinnen sollten, Mönchengladbach aber dafür drei Punkte holen.

Die Mannschaft vom Niederrhein trifft auf Hannover. Um gegen die überraschend starken 96-er zu bestehen, hatte Trainer Michael Frontzeck kurzerhand diese Woche ein Trainingslager in den Niederlanden anberaumt: "Wir haben gut trainiert und sind zuversichtlich." In Hannover wird indes schon als derzeitiger Tabellen-Vierter vom internationalen Wettbewerb geträumt. "Es gibt viele Spieler, die leise anfangen, daran zu denken", gibt Florian Fromlowitz zu. "Wir haben uns eine tolle Position erarbeitet. Aber wir wollen realistisch bleiben", warnt der Torwart vor zu hohen Ansprüchen.

Veh setzt auf Kälte

Lässt sich selten aufhalten: Freiburgs Stürmer Papiss Cissé (links). Foto: Nigel Treblin/dapd

Lässt sich selten aufhalten: Freiburgs Stürmer Papiss Cissé (links)

Die Freiburger stehen ebenfalls deutlich besser da, als man es ihnen zugetraut hätte. In dieser Saison hat der Tabellen-Achte noch kein Mal Unentschieden gespielt. Auch gegen den Hamburger SV wollen die Breisgauer auf alles oder nichts spielen und hoffen, dass ihr Top-Stürmer Papiss Cissé erneut trifft. Über den senegalesischen Stürmer meint Gäste-Coach Armin Veh: "Ich hoffe, dass ihm im Winter jetzt richtig kalt ist und er nicht mehr so oft trifft." Cissé ist mit zehn Toren zweitbester Torschütze der Liga, hinter Theofanis Gekas von Eintracht Frankfurt.

Der Grieche wird am Samstag besonders motiviert sein. Denn gegen Mainz steht ein emotionales Derby bevor. Die Statistik spricht für die Frankfurter. Sie haben noch nie gegen Mainz verloren. Allerdings hat die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel bisher in dieser Saison beeindruckende Spiele gezeigt, steht als Zweiter sieben Plätze vor dem Rivalen. Deshalb meint Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz selbstbewusst: "Wir haben die Mentalität, dort etwas zu holen."

Diego mit zwei Herzen

Ex-Bremer: der Wolfsburger Diego

Ex-Bremer: der Wolfsburger Diego

Das zweite Derby findet in Wolfsburg statt: Bremen ist zu Gast. Beide Vereine hinken bisher den Erwartungen weit hinterher und befinden sich in der unteren Tabellenhälfte. Vor der Partie hat sich Diego bei seinen Fans unbeliebt gemacht. Der Mittelfeldregisseur schwärmte von Bremen, wo er von 2006 bis 2009 gespielt hatte. "Mein Respekt für Werder ist immer noch riesengroß. Ich liebe Werder", so der Brasilianer. Auch Bremens Trainer Thomas Schaaf freut sich: "Es ist einfach toll, ihm beim Fußballspielen zuzuschauen."

Am zweiten Advent, also am Sonntag (05.12.2010), gibt es dann Derby Nummer drei: Leverkusen gegen Köln. Am Mittwoch (01.12.2010) hatte die Bayer-Elf den vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde der Europa League klar gemacht. Jetzt heißt es wieder, sich auf den Liga-Alltag zu konzentrieren. Beim rheinischen Rivalen Köln ging es derweil mal wieder gewohnt turbulent zu: Nach Trainer Zvonomir Soldo musste jetzt auch Manager Michael Meier gehen.

Herbstmeisterschaft

Der Tabellenführer tritt als letzter an. Dortmund spielt auswärts in Nürnberg. Wenn der BVB auch sein achtes Auswärtsspiel in Folge gewinnen sollte, kann er bis zur Winterpause nicht mehr von Tabellenplatz eins verdrängt werden. Die Herbstmeisterschaft wäre perfekt. Eine große Herausforderung für den Tabellen-Zehnten Nürnberg, meint Verteidiger Dominic Maroh: "Der beste Gegner, der kommen kann."

Autor: Sarah Faupel
Redaktion: Calle Kops