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Wissen & Umwelt

Ein echter Regenbogenfisch!

Ist das nicht ein schön schillerndes Schuppenkleid? Mutter Natur hatte hiermit nur wenig zu tun: Forscher haben den bunten Fisch im Labor geschaffen - allerdings nicht zur Zierde.

Diesen Fisch würden wohl viele Aquarium-Besitzer gerne ihr Eigen nennen, denn das schillernde Kerlchen stiehlt wahrscheinlich leicht allen anderen Zierfischen die Show. Aber nein, mit diesem Fisch haben Wissenschaftler keinen neuen Nemo oder Fabius (zwei berühmt-fischige Comic-Helden) erschaffen, mit ihm haben sie etwas ganz anderes vor: Forschung!

Das Team um Chen-Hui Chen und Kenneth Poss von der Duke University in Durham, Carolina, möchten mithilfe des Regenbogenfisches verstehen, wie verschiedene Zellen bei einer Verletzung zusammenwirken und Haut heilt. Dafür schafften sie ihn mit gentechnischen Methoden im Labor.

Jede einzelne Hautzelle des Tieres leuchtet in einer anderen Farbe. Besonders gut sieht man das unter dem Mikroskop (s. Bild). Hier reihen sich Hunderte bunte Tupfen aneinander. Der Effekt reiche bis in die kleinste Flossenspitze, erklären die Forscher im Fachblatt "Development Cell".

Ein buntes Mosaik verschiedenfarbiger Zellen auf der Schuppe eines Zebrabärbling (Foto: picture alliance).

Betrachtet man den Fisch unter dem Mikroskop, reihen sich Hunderte bunte Tupfen aneinander

Durch die vielen unterschiedlichen Farben können sie kleinste Zellveränderungen über Tage und Wochen nachverfolgen. "Bevor wir Geweberegeneration vollständig verstehen können, müssen wir in der Lage sein zu verfolgen, was jede einzelne Zelle tut", erklärt Poss. Die Methode nennt sich "Skinbow". Sie soll ein Wegbereiter für die Forschung sein: In einem einzigen Schritt lassen sich Hunderte oder Tausende Zellen in einem regenerierenden Gewebe sichtbar machen.

Rote, grüne, blaue Zellen

Die verschiedenen Farben entstehen per Zufall durch rote, grüne und blaue fluoreszierende Proteine, schreiben die Forscher in ihrer Arbeit. So kommen mehr als 70 klar unterscheidbare Farbtöne zusammen - Verwechslung ausgeschlossen - so die Forscher. Die Farben würden nur in der äußersten Hautschicht gebildet und bleiben während der gesamten Lebenszeit der jeweiligen Zelle erhalten.

Neben dem Labor-Fisch entwickelten die Wissenschaftler gleich auch eine neue Software, mit der die Bildserien ausgewertet werden können. So könne man jede einzelne Zelle anhand ihrer eigenen Biografie analysieren. Bewegungen seien darin erfasst, etwa Größen- und Formveränderungen und andere Reaktionen auf eine Hautverletzung.

Regenbogen für Hirn und Haut

Eigentlich wurde die Technik entwickelt, um einzelne Neuronen im Gehirn einzufärben, dafür noch "Brainbow" genannt. Nun soll das System für ausgefeiltere Beobachtungsmöglichkeiten noch weiter ergänzt und mit anderen bildgebenden Techniken kombiniert werden.

hf/fs (dpa)

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