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Kultur

Ein Deutscher in Gelb

Drei Jahre nach Erik Zabels eintägigem Intermezzo im Gelben Trikot hat Jens Voigt die begehrteste Trophäe der Tour de France wieder "nach Deutschland" geholt. Jan Ullrich wurde von einer Windbö verweht und stürzte.

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Strahlemann - und sei's nur für kurze Zeit


Eine grandiose Energieleistung hat dem Berliner Jens Voigt zum zweiten Mal nach 2001 das Gelbe Trikot gebracht. Auf der 9. Etappe von Gerardmer nach Mulhouse über 171 Kilometer und sechs Bergwertungen schlug die Stunde des Berliner Profis vom dänischen CSC-Team: Der 33-jährige Voigt rettete zusammen mit dem Franzosen Christophe Moreau 2:57 Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld (in dem auch Lance Armstrong feststeckte) ins Ziel. Armstrong liegt als Dritter nun 2:18 Minuten hinter Voigt.

Insgesamt gab es seit dem Triumph des Berliner Kurt Stöpek 1932 elf Deutsche, die bei der Tour de France in Gelb fahren durften. Jeweils 18 Tage lang durften Jan Ullrich und Rudi Altig das Trikot tragen.

Jens Voigt tritt an

Jens Voigt tritt an - Christophe Moreau, Xabier Zandio und Alexandre Moos folgen

"Ich habe Bjarne jeden Tag gefragt: 'Darf ich?' Immer hat er mit 'Nein' geantwortet. Heute durfte ich endlich", freute sich der vierfache Vater. "Jens hat alles richtig gemacht. Wir genießen morgen den Ruhetag in Gelb, danach sehen wir weiter", sagte Teamchef Bjarne Riis. Etappensieger wurde der Träger des Bergtrikots, Mickael Rasmussen (Dänemark) - krönender Abschluss einer Solofahrt über 167 Kilometer.

Ullrich im Pech

Jan Ullrich stürzte, als er auf der Abfahrt vom Col de Grosse Pierre nach sieben Kilometern von einer Windböe in den Straßengraben geblasen wurde. "Ich habe mich drei Mal überschlagen", sagte Ullrich, der Prellungen an der rechten Körperseite erlitt und am Ruhetag sicherheitshalber geröntgt werden soll. "Ich glaube, es sind keine Rippenbrüche, aber wir müssen sicher gehen", sagte Teamarzt Lothar Heinrich. Ullrich, dessen Helm beim Aufprall in drei Teile zersplitterte, hatte bereits vor dem Tour-Start bei einer Kollision mit einem Begleitwagen eine Schnittwunde am Hals davongetragen. Nach seinem Sturz am Sonntag drosselte das Feld das Tempo und wartete, bis ihn seine Team-Kollegen wieder herangeführt hatten.

5 Tour-Ausfälle - darunter Zabriskie und Kirsipuu

Der Trikot-Verlust tat Armstrong indes nicht weh. Nach der ersten Alpen-Etappe am Dienstag (12. Juli) nach Courchevel dürfte wieder neu gerechnet werden. Armstrongs Landsmann David Zabriskie zahlte Lehrgeld: Acht Tage nach seinem unerwarteten Triumph im Einzelzeitfahren zum Auftakt der 92. Tour de France ist die Tour für Zabriskie beendet.

Der 26 Jahre alte CSC-Profi aus Salt Lake City stieg nach 12 der insgesamt 171 km der 9. Etappe zwischen Gerardmer und Mülhausen vom Rad. Zabriskie war drei Tage im Gelben Trikot gefahren, ehe er am vergangenen Dienstag durch einen Sturz im Finale des Mannschaftszeitfahrens in Blois die Führung im Gesamtklassement verlor. Er hatte schmerzhafte Prellungen erlitten und fiel von Tag zu Tag weiter zurück. Am Sonntag war er als Vorletzter des Gesamtklassements mit 1:01:13 Stunden Rückstand auf Spitzenreiter Lance Armstrong an den Start gegangen.

Seinen bisherigen Tour-Auftritten treu blieb Estlands Doppelmeister Jaan Kirsipuu. Sieben Tage vor seinem 36. Geburtstag stieg der Balte vom französischen Rennstall Credit Agricole wie schon im vergangenen Jahr ebenfalls auf der 9. Etappe vom Rad. Kirsipuu hatte auch bei seinen bisherigen elf Starts noch nie das Ziel auf den Champs Elysees in Paris erreicht. (arn)

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