Ein Da Vinci für 100 Millionen? | Wirtschaft | DW | 13.11.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kunstmarkt

Ein Da Vinci für 100 Millionen?

Bei Christie’s kommt das einzige Bild von Da Vinci unter den Hammer, das sich noch in Privatbesitz befindet. Im Hintergrund: ein Streit zwischen Besitzer und Kunsthändler, der Kunstexperten auf die Palme bringt.

Da Vincis Bild mit dem Titel "Salvator Mundi" stammt aus der Zeit um 1500 und zeigt ein Portrait von Jesus Christus. Seit einigen Jahren ist es im Besitz des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew, der es 2013 von dem Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier gekauft hatte - der Preis damals: 127,5 Millionen Dollar. Der Kunsthändler hatte es erst wenige Wochen zuvor von Sotheby's erworben und dafür 80 Millionen Dollar bezahlt. Bouvier hatte also innerhalb weniger Tage einen Gewinn von 47,5 Millionen Dollar gemacht.

Kunst für 2,1 Milliarden

Bouvier bestreitet jegliches Fehlverhalten. Der russische Oligarch Rybolowlew aber, der neben anderem auch Besitzer des Fußballclubs AS Monaco ist, hat Bouvier in Monaco verklagt. Rybolowlew wirft ihm vor, ihn über die Zeit um mehrere hundert Millionen Dollar betrogen zu haben. Immerhin hat der Fußball- und Kunst-Besitzer  Gemälde im Wert von zusammen genommen 2,1 Milliarden Dollar von dem Schweizer Händler gekauft, insgesamt 37 Werke.

Der Verkauf bei Christie's in dieser Woche wird von der Kunstwelt genau beobachtet werden. Schließlich haben von Da Vinci keine 20 Gemälde überdauert. Vieles an der Versteigerung von "Salvator Mundi" verwirrt und verärgert Kunstexperten. Warum bietet Christie's das Gemälde im Rahmen seiner Auktion für «Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst» an, obwohl es doch mehr als 500 Jahre alt ist?

"Das Werk von Leonardo hat einen genauso großen Einfluss auf die Kunstwelt von heute wie auf die im 15. und 16. Jahrhundert", begründet Loïc Gouzer vom Auktionshaus die Entscheidung. Kritiker monieren, Christie's wolle einfach nur den Preis hochtreiben, indem man das Bild in der traditionell umsatzstärksten Auktion platziere. 

Ausstellung Deja Vu Staatliche Kunstalle Karlsruhe (picture-alliance/dpa)

Maos von Warhol - hier im Museum in Karlsruhe

Mao und Ferrari

Der Preis sorgt aber trotzdem für Verwirrung. 100 Millionen Dollar für das letzte bekannte Da Vinci-Gemälde in Privatbesitz, von dem lange angenommen worden war, dass es zerstört sei? Viele sähen das als "unterbewertet" an, sagt die Kunst-Expertin Marion Maneker. Das Bild war erst 1958 wieder aufgetaucht, für eine Kopie gehalten worden und damals für umgerechnet 50 Euro verkauft worden. Danach war es Jahrzehnte lang wieder verschwunden. Alle anderen bekannten Bilder von Da Vinci hängen in Museum oder ähnlichen Sammlungen.

Für die Auktion in dieser Woche hat Christie's noch einige andere Werke im Angebot: ein Gemälde von Van Gogh (geschätzt auf 50 Millionen Dollar), eine Studie von Francis Bacon (geschätzt rund 40 Millionen Dollar) und ein „Mao" von Andy Warhol (geschätzt 30 bis 40 Millionen Dollar). Und dann gibt's noch den Ferrari, mit dem Michael Schumacher Weltmeister wurde (mindestens vier Millionen).

ar/hb (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema