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Fokus Osteuropa

Ein College für alle in Mostar

Ein internationales College in Mostar bildet Schüler aller drei in Bosnien-Herzegowina lebenden Ethnien aus - nach internationalen Standards. Ein einzigartiges Modell mit Zukunftsperspektive für die Absolventen.

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Alle unter einem Dach - UWC in Mostar

Die Organisation United World Colleges und die International Baccalaureate Organisation haben sich in Bosnien-Herzegowina zusammengetan, damit Schüler aller ethnischen Gruppen nach einem international anerkannten Curriculum lernen können, das sie nicht ethnisch polarisiert. Das College in Mostar soll zugleich ein Vorbild sein für die erforderliche Schulreform in Bosnien und Herzegowina.

Das Bildungswesen ist im Nachkriegsbosnien noch immer tief ethnisch gespalten. Bosniaken, Serben und Kroaten lernen in verschiedenen Schulen. Die weiterführende Schule der United World Colleges – kurz UWC - in Mostar steht für Schüler aller drei Ethnien aus der gesamten Region, aber auch für ausländische Schüler offen. Das Prinzip der UWC ist es, Schüler aller Nationalitäten, Kulturen und gesellschaftlichen Schichten zusammenzubringen. Gemeinsam profitieren sie von internationalem Austausch und ethnischer Toleranz. Sie praktizieren gegenseitige soziale Verantwortung und üben sich in humanitärem Engagement.

Studienplätze an Eliteunis

Die Niederlassung der UWC in Mostar ist vermutlich die einzige wirklich integrierte Bildungsstätte in Bosnien-Herzegowina, die von Angehörigen aller ethnischen Gruppen besucht wird. Der erste Abschlussjahrgang hat bereits Studienplätze an den besten Universitäten der Welt bekommen. Allein 44 Abiturienten aus dem ersten Jahrgang sind an den renommiertesten Universitäten in den Vereinigten Staaten eingeschrieben.

Pflichtfach Sozialdienst

Der Unterricht besteht aus sechs Wahlfächern, einige werden als Grundkurs, andere als Leistungskurs belegt. Jeder Schüler muss zudem einen Sozialdienst verrichten, wenn er seinen Abschluss bekommen möchte. Die Schüler konzentrieren sich auf beides, sowohl auf ihre schulischen als auch auf ihre außerschulischen Aufgaben.

Dass dieses Pensum anstrengend sein könnte, weisen die Schüler weit von sich. So wie Anela Alic aus Gorazde. Sie spielt Klavier, liest viel, hört Musik und hat, wie sie einräumt, zu viele außerschulische Aktivitäten: „Auch wenn es sich kontrovers anhört: mein Stundenplan ist überladen, viel zu viele Aufgaben, aber ich genieße alle.“ Ihre Philosophie: „Wenn man etwas im Leben erreichen will, kämpft man darum, und der Zeitfaktor stellt keine Hürde dar.“

Die Vertretung der UWC in Deutschland vergibt übrigens jedes Jahr etwa 20 Plätze an deutsche Schülerinnen und Schüler zum Besuch eines der United World Colleges. Tobias Meier aus Freiburg ist ein solcher Schüler aus Deutschland, der Mostar als seinen neuen Schulort gewählt hat. Er sagt, das Leben in Mostar sei eine unglaubliche Herausforderung. „Das College ist ganz neu, ausgewählt habe ich es wegen der Nachkriegssituation. Die UWC verbindet Menschen in Post-Konflikt-Regionen, die die gleiche Einstellung teilen und sich besser kennenlernen möchten.“

Svetozar Savic

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