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Kryptowährungen

Ein Bitcoin für 15.000 Dollar

Zu Beginn des Jahres waren es 1000 Dollar, am Donnerstag erst 14.000, dann 15.000: Der Wert des Bitcoin knackt einen Rekord nach dem anderen. Der Grund: Die Digitalwährung stößt in das traditionelle Finanzgeschäft vor.

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Was ist eine Kryptowährung?

Auf der großen Handelsplattform Bitstamp aus Luxemburg musste man am Donnerstag für eine Einheit der Bitcoins am Morgen 14.199 Dollar zahlen, am Nachmittag war der Preis mit 15.191 Dollar so hoch wie nie.  Bei ihrem Start vor acht Jahren war die Bitcoin nur ein paar Cent wert, Mitte Oktober des laufenden Jahres waren es schon 5.000 Dollar, die Marke von 10.000 Dollar nahm die Kryptowährung erst vergangene Woche. In diesem Jahr liegt das Kursplus bisher bei 1.500 Prozent. Die rasanten Rekordjagd, die sich in den vergangenen Monaten zunehmend beschleunigt hat, geht mit teils hohen Kursschwankungen einher. Unter anderem Notenbanker warnen vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung.

Der Bitcoin war 2009 auch als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen. Als Grund für die rasante Wertsteigerung der letzten Wochen wird nun die baldige Einführung von sogenannten "Terminkontrakten" oder "Futures" auf Bitcoins genannt. Die US-Börse CBOE will Ende der Woche den ersten Bitcoin-Future in den Handel bringen, eine Woche später will die Chicago Mercantile Exchange (CME) folgen.

Sojabohnen und Kryptowährung

Damit ist die Kryptowährung im traditionellen Finanzbusiness angekommen. Bei Terminkontrakten wird ein "Basiswert" - das können Schweinehälften, Sojabohnen, Dollar oder eben Bitcoin - zu einem festen Preis für einen Termin in der Zukunft schon heute verkauft. Grundidee dabei ist, sich gegen künftige Preisschwankungen abzusichern. 

Mit dem Start der Terminkontrakte werden Bitcoins für institutionelle Investoren besser handelbar. Einerseits können sie sich gegen künftige Preisschwankungen absichern. Andererseits kann aber auch auf Kursentwicklungen spekuliert werden. Für Neil Wilson von ETX Capital stellt die Einführung von Terminkontrakten den Versuch dar, den Bitcoin anderen Anlageformen anzugleichen. Das dürfte nicht im Sinne aller Bitcoin-Fans sein, denn viele von ihnen sehen in der Digitalwährung vor allem eine Alternative zu den klassischen Währungen.

Ohnehin warnen Kritiker im Zusammenhang mit Bitcoins vor einer Blase. "Wie viele erfahrene Händler genau wissen: Alles was hoch steigt, fällt um so schneller wieder runter - wenn die Zeit gekommen ist", sagte James Hughes, Marktanalyst beim Brokerhaus Axitrader. Der Bitcoin selbst habe "keinen ihm innewohnenden Wert", sagte etwa kürzlich der Wirtschaftsnobelpreisträger Jean Tirole. Deshalb könne der Wert "von einem Tag auf den anderen kollabieren". Befürworter argumentieren dagegen, dass Bitcoins vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheitattraktiver werden könnten.

Münzen aus dem Computer

Die Kryptowährung, ein digitales Zahlungsmittel also, basiert auf dem Prinzip, dass Buchungen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden müssen, sondern letztlich von allen am Bitcoin-System beteiligten Nutzern.  Neue "Münzen" werden durch komplexe Rechenoperationen unter Beteiligung zahlreicher Computer erschaffen. Ihre Zahl ist jedoch von vornherein auf 21 Millionen begrenzt. Mehr als drei Viertel davon wurden bereits geschaffen.

Es gibt außer den Bitcoins noch eine ganze Reihe anderer virtueller Währungen, zum Beispiel Ripple und Litecoin. Allerdings ist Bitcoin mit Abstand die bekannteste. Der Website coinmarketcap.com zufolge gibt es gegenwärtig rund 1200 Kryptowährungen.

ar/hb (dpa, afp, rtr)

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