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Nahost

Ein bisschen Frieden in Bethlehem

Die israelische Armee hat sich zum Weihnachtsfest in die Außenbezirke der Stadt zurückgezogen. Zum ersten Mal seit vielen Wochen können sich die Bewohner wieder etwas freier bewegen.

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Eine belagerte Stadt: Bethlehem

Die Ausgehsperre sei außer Kraft gesetzt worden, teilten Israels Streitkräfte am Dienstag mit: "Wir hoffen, dass das so bleiben kann". Christliche Einwohner aus anderen Teilen des Westjordanlandes dürften Bethlehem mit einer speziellen Erlaubnis betreten. Etwa die Hälfte der rund 27.000 Einwohner von Bethlehem sind Christen.

Ungeschmückter Weihnachtsbaum

"Wir werden uns bemühen, die Feierlichkeiten zu erleichtern", teilte die Armee mit. "Wo wir nicht sein müssen, werden wir nicht sein." Es ist das erste Mal seit 1994, dass Bethlehem während der Weihnachtsfeiertage von israelischen Truppen besetzt ist. Aus Protest hat die Stadtverwaltung beschlossen, den Weihnachtsbaum auf dem Krippenplatz gegenüber der Geburtskirche nicht zu schmücken.

Dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat verweigert Israel jedoch das zweite Jahr in Folge die Teilnahme an der Christmette in der Geburtsstadt Jesu Christi. Er ist praktisch in seinem Amtssitz in Ramallah praktisch ein Gefangener der Israelis. Arafat verurteilte die Anwesenheit der israelischen Truppen in Bethlehem, erklärte aber zugleich, er hoffe noch immer auf Frieden. "Unsere Botschaft an Heiligabend ist eine Botschaft der Liebe, des Friedens und der Vergebung", sagte Arafat am Montag.

Kritik der Kirchen

Mehrere hochrangige Kirchenvertreter beklagten unterdessen die Lage in Bethlehem. Nach Ansicht des Kölner Erzbischofs Kardinal Joachim Meisner ist aus dem Haus des Friedens sein Schauplatz des Krieges und ein "Symbol von Hass, Krieg, Konflikt und Tod geworden". Pilger trauten sich heute nicht mehr, die Geburtsgrotte zu besuchen. Auch Manfred Kock, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisierte die israelische Belagerung Bethlehems. (hh)

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