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Top-Thema – Podcast

Ein besseres Leben durch Fremdsprachen

Wer als Kind schon Fremdsprachen spricht, hat es später im Leben leichter. Deshalb will die Europäische Union nun Eltern überzeugen, ihre Kinder möglichst früh an das Erlernen von Sprachen heranzuführen.‎

Schüler in ihrem Klassenraum.

Kinder lernen Fremdsprachen sehr schnell

Im Kindergarten Tutti Frutti in Brüssel macht die Erzieherin Vera kleinen Kindern Fremdsprachen schmackhaft: "Wir müssen richtig kreativ sein und visuelle Reize nutzen", erzählt sie. Die meisten Kinder sind erst dreieinhalb Jahre alt. Deshalb wird zum Beispiel viel gemalt. Und es werden englische Lieder gesungen. Mit dieser Methode sollen die Kinder auf die Sprache neugierig gemacht werden.

Leonard Orban, der EU-Kommissar für Vielsprachigkeit, wünscht sich genau dies für die Zukunft der Europäischen Union. Deshalb startete er zum Europäischen Tag der Sprachen eine 400.000 Euro teure Informationskampagne namens "Piccolingo". Diese soll Eltern in EU-Mitgliedsstaaten davon überzeugen, wie wichtig Fremdsprachen für ihre Kinder sind. Das Hauptargument ist laut Orban: "Sie werden ein besseres Leben haben können, bessere Jobs finden."

Einige Eltern haben die Sorge, dass sie ihre Kinder mit dem Fremdsprachenlernen im Vorschulalter verwirren könnten. Der Sprachlern-Experte Peter Edelenbos verweist allerdings auf Studien, die das Gegenteil beweisen: "Die Muttersprache wird absolut nicht negativ beeinflusst!", erklärt er. Ganz im Gegenteil: Es gibt positive Einflüsse auf die Motivation, später eine weitere Fremdsprache zu lernen.

Durch frühes Sprachenlernen wird auch das interkulturelle Verständnis gefördert, was besonders wichtig für die Beziehungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ist. Aktuellen Statistiken zufolge spricht nur ein Drittel der Erwachsenen in der EU zwei oder mehr Sprachen. Aber es geht bergauf: Immerhin lernen mittlerweile 60 Prozent der Oberstufenschüler mindestens zwei Sprachen.

Glossar

Fremdsprache, die – die Sprache, die man neben der Muttersprache lernt

es leicht haben – keine Schwierigkeiten haben

jemanden an etwas heranführen – jemandem etwas Schritt für Schritt zeigen

jemandem etwas schmackhaft machen – jemanden dazu bringen, etwas zu mögen

kreativ – so, dass man sich neue Dinge ausdenkt

visuell – sichtbar

Kampagne, die – viele verschiedene Aktionen, die zusammen ein Ziel erreichen sollen

Hauptargument, das – die wichtigste Aussage für oder gegen etwas

Vorschulalter, das – das Alter, bevor Kinder in die erste Klasse kommen

jemanden verwirren – jemanden unsicher machen, jemanden durcheinanderbringen

Studie, die – die wissenschaftliche Untersuchung

etwas negativ/positiv beeinflussen – eine schlechte/gute Wirkung auf etwas haben

Motivation, die – der Grund, etwas zu tun

interkulturell – so, dass zwei oder mehr Kulturen miteinander in Kontakt kommen

etwas fördern – etwas unterstützen

Statistik, die – eine Liste von Zahlen, die zeigt, wie häufig bestimmte Dinge vorkommen

zufolge – nach Informationen von etwas

es geht bergauf – etwas entwickelt sich gut, etwas wird besser

Oberstufenschüler/in, der/die – in Deutschland: Schüler/in der elften bis dreizehnten Klasse

Fragen zum Text

1. Was will die Erzieherin Vera erreichen?

a) Sie möchte mehr mit den Kindern singen.

b) Sie will Vorschulkindern Fremdsprachen beibringen.

c) Sie möchte mit den Kindern kochen.

2. Die Informationskampagne "Piccolingo" soll …

a) Jugendlichen helfen, bessere Jobs zu finden.

b) Kinder im Vorschulalter verwirren.

c) Eltern davon überzeugen, wie wichtig Fremdsprachen für ihre Kinder sind.

3. Was wird durch das Erlernen von Sprachen nicht gefördert?

a) das interkulturelle Verständnis

b) die Motivation, später weitere Sprachen lernen zu wollen

c) das Malen von Bildern

4. Durch frühen Fremdsprachenunterricht werden Kinder positiv …

a) überzeugt.

b) beeinflusst.

c) verstanden.

5. Wie kann man diesen Satz auch anders sagen: "Wer keine Fremdsprachen spricht, hat es im Leben oft schwer."

a) Menschen, die Fremdsprachen sprechen, haben es oft leicht im Leben.

b) Wer Fremdsprachen spricht, hat oft Probleme im Leben.

c) Ohne Fremdsprachen geht es im Leben bergauf.

Arbeitsauftrag

Würden Sie Ihr Kind bereits im Vorschulalter zum Fremdsprachenunterricht schicken? Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihr Kind verschiedene Sprachen lernt? Haben Sie vielleicht Bedenken? Schreiben Sie einen kurzen Text, in dem Sie Ihre Meinung deutlich machen.

Autor/in: Susanne Henn/Lukas Völkel

Redaktion: Shirin Kasraeian

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