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Top-Thema – Podcast

Ein Apfel namens Ingrid

Es gibt viel mehr Obstsorten, als ein Supermarkt anbietet. Viele von ihnen drohen jedoch für immer zu verschwinden. In der Stadt Wegberg setzen sich Menschen für den Erhalt alter Sorten ein.

Ein Kind sitzt auf einer Wiese und isst Äpfel

Immer nur die gleichen Äpfel ...

Sie heißen "Prinz Albrecht von Preußen", "Ingrid Marie" oder auch "Kaiser Wilhelm", aber sie sind nicht so bekannt wie ihre Verwandten "Granny Smith" oder "Golden Delicious". Es handelt sich um Apfelsorten, die im Supermarkt nicht verkauft werden. Katharina Tumbrinck, Leiterin des Rheinischen Obstsortengartens, erklärt: "Im Supermarkt gibt es 10 oder 15 verschiedene Sorten, aber die haben alle nur sechs Vater- und Muttersorten." Mit ihrem Projekt möchte Tumbrinck, alte Obstsorten, darunter auch Birnen, Kirschen, Pflaumen und Pfirsiche, erhalten.

Die alten Sorten drohen zu verschwinden, weil sie im kommerziellen Anbau nicht gebraucht werden: Sie sind zu groß, zu klein, oder können schwer durch Maschinen sortiert werden. Auch die starren Vorschriften der Europäischen Union sind ein Problem: Zu kleine Äpfel dürfen zum Beispiel nur zu Saft verarbeitet werden – für einen viel geringeren Preis. Das macht sie für Obstbauern unattraktiv.

Doch die Vielfalt der verschmähten Früchte ist sehr wertvoll: Wer gegen die Supermarktsfrüchte allergisch ist, erzählt Katharina Tumbrinck, verträgt alte Sorten oft ohne Probleme. Außerdem sind viele Sorten resistenter gegen Krankheiten, die bei den gewöhnlichen Sorten für große Ausfälle sorgen. Und: Sie bieten eine große geschmackliche Vielfalt.

Eines der Probleme ist allerdings, die alten Bäume zu finden. Mit ein wenig Glück, erzählt Tumbrinck, trifft man jemanden, der noch einen alten Baum in seinem Garten hat. Es ist aber auch schwierig, Menschen zu finden, die noch das Wissen über die alten Sorten haben. "Und das ist natürlich auch ein Wettlauf gegen die Zeit", sagt Tumbrinck. Denn die Experten sind meist ältere Leute über 80.

Glossar

etwas droht zu verschwinden – etwas könnte bald ganz weg sein

sicht für etwas einsetzen – viel dafür tun, dass ein bestimmtes Ziel erreicht wird

etwas erhalten – dafür sorgen, dass es etwas weiter gibt

kommerziell – so, dass etwas für den Handel hergestellt wird

starr – hier: so, dass man es nur schwer verändern kann; streng

etwas zu etwas verarbeiten – aus etwas etwas machen/herstellen

unattraktiv – hier: uninteressant

Vielfalt, die – die Tatsache, dass es von etwas viele Sorten gibt

verschmäht – hier: nicht gewollt; unbeliebt

gegen etwas allergisch sein – auf etwas gesundheitlich nicht gut reagieren

etwas vertragen – hier: etwas essen können, ohne dass es der Gesundheit schadet

resistent – hier: sehr stark; so, dass etwas nicht schnell

Ausfall, der – hier: die Tatsache, dass eine Ernte viel kleiner ist als erwartet

für etwas sorgen – hier: etwas bewirken; etwas als Ergebnis haben

es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – es bleibt nur wenig Zeit, um etwas zu tun

Fragen zum Text

1. Wofür setzt sich Katharina Tumbrinck mit ihrem Projekt ein?

a) Im Supermarkt sollen weniger Äpfel und mehr andere Obstsorten angeboten werden.

b) Alte Obstsorten, die nicht im Supermarkt verkauft werden, sollen nicht verschwinden.

c) Es sollen speziell für Allergiker hergestellte Obstsorten produziert werden.

2. Alte Obstsorten sind für den Handel meist uninteressant, weil sie …

a) häufig nicht den gesetzlichen EU-Normen für Obst entsprechen.

b) nicht so gut schmecken wie die beliebten Obstsorten.

c) gegen Krankheiten nicht so resistent sind.

3. Welche der folgenden Aussagen ist falsch?

a) Aus alten Obstsorten darf nur Saft hergestellt werden.

b) Es gibt nicht mehr viele Menschen, die etwas über die alten Sorten wissen.

c) Obstbäume der alten Sorten sind oft nicht so einfach zu finden.

4. Ergänzen Sie den Satz: Für Allergiker sind die alten Obstsorten manchmal …

a) verträglicher.

b) resistenter.

c) vielfältiger.

5. Wenn sich niemand um den Erhalt alter Sorten kümmert, dann …

a) ist es ein Wettlauf gegen die Zeit.

b) drohen sie zu verschwinden.

c) gibt es mehr Ausfälle.

Arbeitsauftrag

Informieren Sie sich im Internet über die unterschiedlichen Apfelsorten. Welche der Apfelsorten kennen Sie bereits? Wie sieht Ihr Traum-Apfel aus (groß, klein, rund, grün, rot usw.), und wie soll er am liebsten schmecken (süß, sauer usw.)? Welche leckeren Dinge kann man aus Äpfeln herstellen?

Autor/in: Matthias Fingerhuth/Shirin Kasraeian

Redaktion: Ines Montani

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