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Kultur

Ehre statt Geld

Millionen Menschen weltweit engagieren sich in ihrer Freizeit in sozialen Projekten. Mit dem "Tag des Ehrenamtes" am 5. Dezember ehrt die UN ihre Arbeit.

Die Helme der freiwilligen Feuerwehr

Die Helme der freiwilligen Feuerwehr

Im Deutschen unterscheidet man zwischen den freiwilligen Diensten und den ehrenamtlichen Arbeiten. Erstere bringen in der Regel nur wenig Geld und letztere werden höchstens mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt. Es gibt dauerhafte Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die freiwillige Feuerwehr, die Vereinsarbeit oder die Entwicklungshilfe. Andere Freiwillige engagieren sich in zeitlich begrenzten Projekten, etwa nach Überschwemmungen, Erdbeben oder Kriegen.

Globaler Erfahrungsaustausch

Um das Engagement der vielen Freiwilligen zu würdigen, haben die Vereinten Nationen (UN) seit 1985 den internationalen Tag des Ehrenamtes ins Leben gerufen. Wörtlich heißt der Tag, der jährlich am 5. Dezember stattfindet: "Internationaler Tag der Freiwilligen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung". Seit einigen Jahren gibt es außerdem ein Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV), das die Arbeit von freiwilligen Helfern in der ganzen Welt unterstützt.

Die Einführung des Ehrenamtstages soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf die uneigennützige Arbeit lenken. Den Hilfsorganisationen und den Freiwilligen bietet der Tag zudem Gelegenheit, in Workshops und Veranstaltungen weltweit Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen zu erhalten, wie die UNV-Mitarbeiterin Marybelle Stryk erklärt.

Ehre statt Geld

Laut Statistik des UNV ist die Bereitschaft für freiwillige Hilfe in den USA, in Kanada und in Großbritannien besonders groß. Während deutsche Helfer häufig auch im Ausland aktiv werden, engagieren sich die angelsächsischen Volunteers vor allem im eigenen Land und in zeitlich begrenzten Projekten. Als Beispiel nennt Stryk die Wiederaufbauhilfe in New Orleans nach dem Wirbelsturm Katrina. Unter den Entwicklungsländern steche Indien mit einer großen Zahl uneigennütziger Helfer hervor. Es gebe dort viel Unterstützung seitens Politik und Wirtschaft, so Stryk.

Manche Ehrenämtler erhalten nur eine Aufwandsentschädigung und statt Geld Dank und Ehre; angefangen bei silbernen und goldenen Abzeichen bis hin zu Einladungen bei Politikern. Oft ist es die Aussicht auf Abenteuer und Gemeinschaftsgefühl, die Neulinge reizt.

Freiwillige verdrängen Jobs

Die Zahl der gemeinnützig und freiwillig Engagierten wächst stetig an. Allein für das Rote Kreuz und den Roten Halbmond sollen weltweit mehr als 100 Millionen Freiwillige tätig sein. Weil oft zu wenig Geld zur Verfügung steht, ist bei vielen Hilfsorganisationen das Engagement der Freiwilligen inzwischen fest eingeplant und unverzichtbar.

Kritiker befürchten deshalb, dass immer mehr Festangestellte den Freiwilligen weichen müssen. Mit der Ausbeutung von freiwilligem Engagement schonten die Organisationen ihre Kassen und profitierten darüber hinaus noch von den finanziellen Vorteilen der Gemeinnützigkeit. Dagegen betonen die Hilfsorganisationen ihre Gemeinnützigkeit als alleinige Unternehmensmotivation.

"Hilfe für Helfer"

Was aber treibt die vielen Freiwilligen in ihr Amt? Genannt wird vor allem das Bedürfnis nach sozialem Engagement, der Wunsch zu helfen. Aber manchmal spielen auch Wohlstands-Langeweile und das Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung eine Rolle. Vielleicht ein weiterer Anreiz: In Deutschland gibt es inzwischen Steuervergünstigungen für ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement.

In einem Zeitungsinterview begründete der Initiator, der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, sein Programm "Hilfe für Helfer" damit, dass die Ehrenamtlichen die wahren Helden des Alltags seien. Sie hielten die Gesellschaft zusammen.

Autor: Ursula Kissel

Redaktion: Michael Borgers