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Politik

Ehemaliger südafrikanischer Präsident Botha gestorben

Der frühere südafrikanische Präsident Pieter Willem Botha ist tot. Er gilt als letzter Vertreter des Apartheidregimes. Als einer der ersten kondolierte der Afrikanische Nationalkongress der Familie des Verstorbenen.

P. W. Botha auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1998

P. W. Botha auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1998

Botha starb am Dienstag (31.10.) im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Wilderness an der Kapküste, wo er die letzten Jahre abgeschieden von der Öffentlichkeit verbrachte. Er setzte sich als Politiker trotz wachsender internationaler Isolierung für die Beibehaltung der Rassentrennung ein.

Harte Hand

Bothas Konfrontationskurs und seine jähzornige Art trugen ihm in seiner Regierungszeit von 1978 bis 1989 den Spitznamen "Altes Krokodil" ein. Der Sohn eines Farmers trat 1935 in die Nationalpartei ein, 1966 wurde er Verteidigungsminister und 1978 Ministerpräsident. Mit einer neuen Verfassung baute er 1983 seine Macht weiter aus und änderte seinen Titel in Staatspräsident. Als Regierungschef herrschte er zu den turbulentesten Zeiten des Apartheidregimes mit eiserner Hand. Unter seiner Ägide wurden zur Absicherung der weißen Vormacht strenge Repressionen gegen die schwarze Bevölkerung angeordnet.

1995 zeigten sich Botha und Mandela gemeinsam bei einer Pressekonferenz

1995 zeigten sich Botha und Mandela gemeinsam bei einer Pressekonferenz

Botha wurde 1989 durch eine Kabinettsrevolte gestürzt. Frederik Willem de Klerk übernahm das Amt des Regierungschefs. Er ließ den prominentesten politischen Gefangenen und späteren Präsidenten Nelson Mandela nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis frei und bereitete das Ende der Apartheid mit vor.

Von Strafe verschont

Die von der Regierung Mandela eingesetzte Wahrheitskommission befand 1998, dass sich Botha schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hat. Er weigerte sich vor der Kommission auszusagen und bestritt, von der Tötung von mehr als 2000 Menschen durch seine Sicherheitskräfte gewusst zu haben. Zeit seines Lebens lehnte Botha es ab, sich für die Apartheid-Politik zu entschuldigen. Von einer Strafverfolgung blieb er wegen seiner sich verschlechternden Gesundheit verschont.

Die ehemalige Befreiungsbewegung der Schwarzen, der heute regierende und unter Botha verbotene Afrikanische Nationalkongress (ANC), war einer der ersten, die der Familie des verstorbenen Präsidenten kondolierten. (mas)

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