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Aktuell Europa

Ehemaliger russischer Premier Primakow tot

Der ehemalige russische Ministerpräsident Primakow ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er machte sich vor allem als Wirtschaftspolitiker und USA-Kritiker einen Namen.

"Er war ein Staatsmann, Wissenschaftler und Politiker. Er hat ein großes Vermächtnis hinterlassen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin habe der Meinung Primakows "besonders in dieser unruhigen Zeit" große Bedeutung beigemessen.

Der 1929 in Kiew geborene Primakow machte unter den russischen Präsidenten Michail Gorbatschow und Boris Jelzin Karriere in der Kommunistischen Partei. Gorbatschow berief ihn ins Zentralkomitee der KPdSU und später zum Vorsitzenden des Föderationssowjets. Wie Gorbatschow wollte auch Primakow am Führungsanspruch der KPdSU und dem Einparteiensystem festhalten, forderte jedoch eine Demokratisierung der Entscheidungsprozesse.

Scharfer Kritiker der USA

Primakow war von 1991 bis 1996 Direktor des Auslandsnachrichtendienstes, bevor er zum Außenminister ernannt wurde. Von September 1998 bis Mai 1999 war er Ministerpräsident. Primakow trat wiederholt als Kritiker der US-Politik hervor und setzte sich gegen den Bedeutungsverlust Russlands nach dem Zerfall der Sowjetunion ein. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Konstantin Kosatschew, sagte, Primakow werde immer als "Mann des Patriotismus und der Rechtschaffenheit" bekannt bleiben.

Der studierte Orientalist war als guter Kenner des Nahen und Mittleren Ostens bekannt. Nach der Invasion Kuwaits durch den irakischen Machthaber Saddam Hussein war er 1991 von Gorbatschow als Sonder-Gesandter nach Bagdad geschickt worden, hatte jedoch den Golfkrieg nicht verhindern können, der zur Niederlage des Iraks und dem Rückzug seiner Truppen aus Kuwait führte. Als Abgeordneter der Duma hatte er 1999 mit dem Moskauer Bürgermeister Juri Lujkow ein Oppositionsbündnis gegründet. 2011 hatte er sich endgültig aus der Politik zurückgezogen.

mm/se (rtr, afp, munzinger)

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