Ehemaliger IRA-Rebellenführer in Nordirland erschossen | Aktuell Europa | DW | 18.04.2014
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Aktuell Europa

Ehemaliger IRA-Rebellenführer in Nordirland erschossen

Ausgerechnet am Karfreitag wurde im nordirischen Belfast ein prominenter Ex-Spitzenkader der IRA-Rebellen erschossen. Er war vermutlich bei einer Splittergruppe in Ungnade gefallen, deren Führung er einmal angehörte.

Das Datum für diese "Hinrichtung" war offensichtlich gezielt gewählt worden: Frühere Genossen seiner Splittergruppe Continuity IRA (CIRA) hatten ihrem damaligen Anführer Tommy Crossan wiederholt gedroht, ihn zu ermorden und an diesem Karfreitag waren sie es wohl, die ihren Worten blutige Taten folgen ließen. Der 44-Jährige sei in einem Industriegelände im früher umkämpften Westen der Hauptstadt ermordet worden, teilte die nordirische Polizei in Belfast mit. Die Schüsse in Kopf und Körper fielen am hellichten Tag in der Nähe von Wohnungen.

Zuletzt hatte es unter den republikanischen Rebellen immer wieder interne Graben- und Machtkämpfe gegeben. Crossan war dem Vernehmen nach aus der CIRA, einer Abspaltung der Untergrundorganisation IRA, ausgestoßen worden. Der radikale Führer der Separatisten hatte nach einem Anschlag auf eine Polizeistation sechs Jahre lang in einem Hochsicherheitsgefängnis zugebracht.

Der Karfreitag und Ostern als hohe katholische Feiertage haben in der wechselvollen Geschichte des Kampfes der Iren große Symbolkraft. Im Nordirland-Konflikt stehen sich bis heute republikanische Katholiken und pro-britische Protestanten gegenüber. Die Republikaner fordern die Abtrennung des Norden Irlands von Großbritannien und die Vereinigung mit der Republik Irland.

Bis 1998 prallten beide Seiten in einem bewaffneten Untergrundkampf aufeinander. Mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen von 1998 wurde die Region weitgehend befriedet. Splittergruppen wie die CIRA führten den Kampf jedoch weiter.

SC/sti (dpa, APE)