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Aktuell Welt

Ehefrau von Blogger Badawi bittet um Hilfe

Die Ehefrau des gefolterten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi hat den deutschen Vizekanzler Gabriel um Hilfe gebeten. Gabriel solle sich bei seiner bevorstehenden Reise nach Saudi-Arabien für ihren Mann einsetzen.

Sie wünsche sich, das der deutsche Vizekanzler für die Freilassung und auch die Ausreise ihres Mannes nach Kanada eintreten werde, sagte Ensaf Haidar im ZDF. Sie selbst lebt seit der Verhaftung ihres Mannes im Jahr 2012 in Kanada.

Weltweite Kritik am Urteil

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einem Internetforum den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Hiebe erhielt er im Januar. Seitdem wurde die weitere Vollstreckung der Strafe ausgesetzt, offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Der Fall löste weltweit scharfe Kritik an dem islamisch-konservativen Königreich und dessen Justiz aus.

Sigmar Gabriel versicherte im ZDF, die Bundesregierung setze sich bereits jetzt für eine Freilassung Badawis ein. "Gegenüber wem wir das tun, wie wir das tun, sollten wir sinnvollerweise nicht im Fernsehen besprechen. Jedenfalls dann nicht, wenn man dem Mann helfen will", sagte der SPD-Vorsitzende, der am kommenden Samstag zu einem Wirtschaftstreffen nach Saudi-Arabien reist. Die wichtigste Hilfe, die wir geben können, sei "nicht darüber zu reden".

Laut der Ehefrau hatte das Büro des mittlerweile verstorbenen Königs Abdullah den Fall im Dezember an das höchste saudische Gericht übergeben. Der britischen Zeitung "Independent" sagte Haidar nun, ihrem Mann drohe möglicherweise die Todesstrafe, wenn es zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens kommen sollte.

Deutsche Welle würdigt Badawi

Raif Badawi war erst vor wenigen Tagen mit dem "Deutsche Welle Freedom of Speech Award" ausgezeichnet worden. Wie der deutsche Auslandssender mit Sitz in Berlin und Bonn mitteilte, steht Badawi für den mutigen Einsatz für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung. Der Preis solle sein Schicksal noch stärker in das Licht der Weltöffentlichkeit rücken, betonte Intendant Peter Limbourg.

haz/cw (dpa, afp)

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