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Politik & Gesellschaft

EHEC-Erreger breiten sich weiter aus

Die Ausbreitung der EHEC-Darmkeime geht weiter. Mindestens zehn Menschen sind mittlerweile in Norddeutschland an der Infektion gestorben. Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Zahl der Erkrankten noch steigen wird.

EHEC-Bakterienkultur (Foto: dapd)

Eine EHEC-Bakterienkultur

Wieder sind drei Menschen an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben. In Schleswig-Holstein starben eine 84- und eine 86-jährige Frau an den Folgen der Durchfallerkrankung, in der Nacht zum Samstag eine 87-Jährige. Zudem wurde bekannt, dass schon am Donnerstag eine 38-jährige Frau gestorben war. Die Zahl der Toten stieg damit bis Samstag (28.05.2011) auf zehn, alle stammen aus Norddeutschland, neun von ihnen waren Frauen.

Krankheit nicht besiegt

Gurken (Foto: AP)

Gurken gelten als EHEC-Quelle

Inzwischen wurden mehr als 1000 Verdachts- oder bestätigte Fälle von EHEC gezählt. In Niedersachsen gibt es zum Beispiel 141 bestätigte Erkrankungen, 48 EHEC-Verdachtsfälle und 42 Fälle von hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), das durch Darmkeime ausgelöst werden kann. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der Schwererkrankten noch weiter steigt", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover.

Ähnlich schätzt das Verbraucherschutzministerium die Lage ein. "Es sind weitere Fälle zu befürchten, solange die Quelle nicht zweifelsfrei identifiziert und geschlossen ist", sagte ein Sprecher von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU).

Bauern klagen

Als mögliche Quelle der EHEC-Keime gelten Salatgurken, seit das Hamburger Hygiene-Institut den Darmkeim auf drei Salatgurken aus Spanien gefunden hat. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) geht aber davon aus, dass es noch weitere Ansteckungsquellen gibt. Das Robert-Koch-Institut warnt davor, in Norddeutschland rohe Tomaten, Gurken und Salat zu verzehren.

Die Bauern klagen deswegen über starke Umsatzeinbrüche. Salat sei praktisch nicht zu verkaufen, sagte der Vizechef des schleswig-holsteinischen Bauernverbands, Hans-Peter Witt. Für die Bauern gebe es "irrsinnige Schäden". Die deutschen Obst- und Gemüseproduzenten gehen ihrerseits in die Offensive. Große Erzeuger haben ihre Produkte stichprobenartig testen lassen und vermarkten ihre Produkte nun bei entsprechendem Testergebnis als "EHEC-frei".

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Herbert Peckmann

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