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Politik & Gesellschaft

EHEC - die Suche geht weiter

Die Freude, den gefährlichen EHEC-Erregern auf die Spur gekommen zu sein, währte nicht lange. Denn wie die Keime von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen kamen, ist weiter unklar.

Sprossen: Auf ihnen wurden EHEC-Erreger gefunden (Foto: dpa)

Sprossen: Auf ihnen wurden EHEC-Erreger gefunden

Der EHEC-Erreger an den Sprossen vom Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel stimmt mit dem EHEC-Typ überein, an dem mehr als 30 Menschen in Deutschland bislang gestorben sind. Das hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Samstag (11.06.2011) bestätigt. Unklar ist bislang noch immer die EHEC-Quelle und wie der Keim übertragen wurde.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) (Foto: dapd)

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP)

Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) relativierte daher am Samstag (11.06.2011) Meldungen vom Vortag, wonach es gelungen sei, den Weg der gefährlichen Darm-Bakterien des aggressiven Typs O104 nachzuverfolgen. Dazu sagte er im Westdeutschen Rundfunk, die Lieferkette vom verdächtigen Biohof in Niedersachsen zu den Erkrankten in Nordrhein-Westfalen sei weiter unbekannt. Ein Familienvater, der selbst keine Sprossen gegessen hatte und gesund blieb, während seine Frau und seine Tochter schwer erkrankten, hatte die fragliche Packung den Behörden übergeben.

Deutschlandweit sind inzwischen rund 4000 Menschen an EHEC erkrankt oder stehen unter Infektionsverdacht. Nach Angaben von Experten entspannt sich aber die allgemeine Krankheitslage. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verwies darauf, dass die Zahl der Neuerkrankungen seit mehreren Tagen stetig zurückgehe. Gleichwohl könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden. Es sei mit weiteren Ansteckungen und auch mit Todesfällen zu rechnen.

Grünes Licht für Gurken und Tomaten

Zwei Salatgurken (Foto: dpa)

Als Erregerquelle aus dem Rennen: Gurken

Zuvor hatten die Behörden die seit mehr als zwei Wochen bestehende Verzehrwarnung für Gurken, Tomaten und Salat aufgehoben, die für Sprossen aber aufrechterhalten. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos setzt nach der Entwarnung für Tomaten, Salat und Gurken auf eine steigende Gemüsenachfrage. Er hoffe, dass "der Markt sich schnell wieder erholt", sagte Ciolos der "Passauer Neuen Presse". Die Europäische Kommission wolle den Bauern eine schnelle Entschädigung für die Ausfälle zusichern. Er setze darauf, dass die EU-Mitgliedstaaten am Dienstag grünes Licht für das 210-Millionen-Euro-Hilfspaket der Kommission geben. Der deutsche Bauernverband beziffert die Ausfälle in ganz Europa auf 500 bis 600 Millionen Euro. Die deutschen Gemüsebauern hätten Verluste in Höhe von rund 65 Millionen Euro.

Imagekampagne für spanisches Gemüse

Ein Gemüsestand in Spanien (Foto: epa)

Viele Spanier sind sauer über deutsche Warnungen vor spanischen Gurken

Die spanische Regierung möchte nun eine Werbekampagne starten, um den Ruf des dort angebauten Gemüses zu verbessern. Vor allem Gurken wurden vor zwei Wochen zu Unrecht als Quelle der in Norddeutschland ausgebrochenen EHEC-Epidemie identifiziert. Das ließ die Nachfrage nach Gurken rapide sinken und den Preis fallen. Nun sollen ab Samstag Broschüren verteilt und Plakate in allen großen spanischen Einkaufsmärkten aufgehängt werden. Auch die deutsche Regierung will die Kampagne unterstützen. Nach Deutschland geht normalerweise ein Viertel der spanischen Gemüse-Exporte.

Autor: Reinhard Kleber/Hartmut Lüning (dpa, rtr, dapd, afp)
Redaktion: Nicole Scherschun

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