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Aktuell Afrika

EgyptAir-Absturzursache auch nach Rauchalarm-Auswertung unklar

Das ägyptische Militär hat Bilder von Trümmerteilen der abgestürzten EgyptAir-Maschine veröffentlicht. Die Wrackreste schwammen im Mittelmeer. Doch nach dem wichtigsten technischen Bauteil wird weiter gesucht.

Die für die Aufklärung der Absturzursache wichtigen Flugschreiber sind bislang nicht gefunden worden, wie es aus dem ägyptischen Luftfahrtministerium hieß. Zuvor hatte das ägyptische Militär erste Bilder der geborgenen Trümmerteile veröffentlicht. An der Suchaktion sind neben Ägypten auch Griechenland und Frankreich beteiligt. Das Expertennetzwerk "Aviation Herald" veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, einen Rauchalarm aufgezeichnet hatte, der automatisch zun einer Bodenstation gefunkt wurde.

Die Daten deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin. Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach einer Rauchmeldung aus der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet. Die Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS-System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems. Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit - wenige Momente, bevor der Flug MS804 vom Radar verschwand.

EgyptAir MS804 Wrackteil Foto: picture-alliance/abaca EgyptAir MS804 Wrackteil Foto: picture-alliance/abaca

Eine Schwimmweste des abgestürzten Flugzeugs der EgyptAir

Die französische Regierung sieht auch nach den Meldungen über Rauchalarm im abgestürzten EgyptAir-Flugzeug bislang keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt und keine Möglichkeit ausgeschlossen, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault in Paris. Zuvor hatte Ayrault rund 70 Angehörige der Passagiere des Airbus A320 empfangen. Dabei informierte er die Familien über den aktuellen Stand der Suche von Einheiten aus Ägypten, Griechenland und Frankreich. Auch französische Ermittler berichteten über jüngste Erkenntnisse.

"Wir wollen so schnell wie möglich die Angehörigen und die Öffentlichkeit informieren, was passiert ist", sagte Ayrault. Es würden weiter alle Hypothesen zur Absturzursache geprüft, so der Außenminister. Keine Hypothese werde bevorzugt. Dass einige Medien und Beobachter aus den bisher bekannten Informationen schon fast endgültige Schlüsse zögen, sei für die Angehörigen schwer zu ertragen.

EgyptAir MS804 Wrackteil

Frankreich Außenminister Jean-Marc Ayrault trifft Angehörige der Absturzopfer

Zu dem Treffen waren auch Botschafter der zwölf Länder eingeladen, aus denen die insgesamt 66 Menschen an Bord der Maschine stammten. Frankreich hat zwei Flugzeuge und ein Schiff in die Unfallregion geschickt. Außerdem sind drei Experten der französischen Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA in Ägypten, um die dortigen Ermittler zu unterstützen.

In Kairo trafen der ägyptische Luftfahrtminister, Scherif Fathi, und die Ministerin für soziale Solidarität, Ghada Wali, ebenfalls Familien der Opfer. Hinweise auf Überlebende gibt es bislang nicht. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen; Deutsche saßen der Fluggesellschaft zufolge nicht in dem Airbus. Die EgyptAir-Maschine war am frühen Donnerstagmorgen auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt.

cgn/jj (afp, dpa)