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Politik

Ed Miliband ist neuer Labour-Chef

David oder Ed? Die Frage, welcher der beiden Miliband-Brüder die britische Labour-Partei führt, wurde einen Tag vor dem Parteitag beantwortet. Der neue Labour-Chef heißt Miliband - Ed Miliband.

Ed Miliband (Foto: dpa)

Gewählt: Ed Miliband

Ed Miliband ist neuer Vorsitzender der britischen Labour-Partei. Wie Labour am Samstag (25.09.2010) bekanntgab, setzte sich der 40-Jährige bei der Wahl knapp gegen seinen fünf Jahre älteren Bruder durch, den ehemaligen Außenminister David Miliband. Ed kam demnach auf 50,65 Prozent der Stimmen, David auf 49,35 Prozent.

Spannendes Rennen

Ed und David Miliband (Foto: picture-alliance/empics)

Ed und David Miliband

Bis zum Schluss war die Wahl spannend, denn im Endspurt hatte der jüngere der Miliband-Brüder, Ex-Energieminister Ed, den fünf Jahre älteren Ex-Außenminister David Miliband überholt. Londoner Buchmacher sahen Ed Miliband am Samstag vorn, während bis zum Freitag die Wahl des 45-jährigen David Miliband zum neuen Labour-Chef als sichere Wette galt.

In den vergangenen drei Wochen hatten drei Millionen Partei- und Gewerkschaftsmitglieder sowie Abgeordnete per Briefwahl die neue Labour-Führung bestimmt. Neben den beiden Miliband-Brüdern hatten sich um den Parteivorsitz auch Ex-Bildungsminister Ed Balls und der ehemalige Gesundheitsminister Andy Burnham sowie die Abgeordnete Diane Abbott beworben. Abbott war 1980 als erste Schwarze ins britische Unterhaus gewählt worden. Alle drei werden wie Ed Miliband dem linken Parteiflügel zugerechnet.

Der frühere Energieminister hatte den Schwerpunkt seiner Kandidatur auf linksliberale Anliegen wie Bürgerrechte und den Kampf gegen den Klimawandel gelegt. David Miliband hatte dagegen versucht, mit wenig inhaltlichen Festlegungen eine möglichst breite Wählerschaft anzusprechen.

Richtungsentscheidung

David Miliband und Gordon Brown (Foto: AP)

David Miliband und Gordon Brown

Von der Person des neuen Vorsitzenden wird maßgeblich die Ausrichtung der Arbeiterpartei in den nächsten Jahren bestimmt. Sie war Mitte der 1990er Jahre unter Tony Blair unter dem Schlagwort "New Labour" in die politische Mitte gerückt und hatte einen wirtschaftsnahen Kurs eingeschlagen. Von Blair heißt es, er habe im Zusammenhang mit Ed Miliband als neuer Labour-Chef das Wort "Katastrophe" benutzt. Andererseits halten es Beobachter für sinnvoll, dem von der konservativ-liberalen Regierung eingeschlagenen strikten Sparkurs mit einschneidenden Kürzungen auch im Sozialsystem mit einer klaren arbeiterorientierten Politik entgegen zu treten.

Andere Labour-Politiker warnten, die Tür für eine mögliche Koalition mit den Liberaldemokraten müsse geöffnet bleiben. Für diese Richtung hatte David Miliband plädiert, der einer der wichtigsten Berater Blairs und unter dessen Nachfolger Gordon Brown Außenminister war.

Der Posten an der Spitze der Labour-Partei war vakant geworden, nachdem Gordon Brown nach seiner Wahlniederlage im Mai als Premierminister und Parteichef zurückgetreten war. Danach wurde Labour kommissarisch von Harriet Harman geführt.

Autor: Hartmut Lüning (afp, dpa)

Redaktion: Dirk Eckert

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