Ecuadors Vizepräsident Glas wegen Korruption verurteilt | Aktuell Amerika | DW | 14.12.2017
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Lateinamerika

Ecuadors Vizepräsident Glas wegen Korruption verurteilt

In Ecuador ist Vizepräsident Jorge Glas wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberste Gericht befand den 48-Jährigen für schuldig, Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben.

Ecuadors Vize-Präsident Jorge Glas wegen Korruption verurteilt (Getty Images/AFP/J. Ruiz)

Ecuadors Vize-Präsident Jorge Glas wurde wegen Korruption verurteilt (Archivbild)

Nach Auffassung des Gerichts hat Vizepräsident Jorge Glas umgerechnet 13,5 Millionen Dollar (11,4 Millionen Euro) an Schmiergeldern von dem brasilianischen Konzern Odebrecht bekommen. Mit ihm wurden acht weitere Personen wegen Korruption verurteilt. Als Gegenleistung sollen Glas und die Mitangeklagten öffentliche Aufträge zum Bau von Erdöl-Infrastrukturprojekten an Odebrecht vergeben haben.

Glas und die anderen Verurteilten müssen zudem 33,5 Millionen Dollar (28,5 Millionen Euro) als Schadenersatz an den Staat zahlen. Glas befindet sich seit Oktober in Untersuchungshaft. Sein Rechtsanwalt erklärte, er werde Berufung gegen das Urteil einlegen.

Glas war zur Zeit der Ausschreibungen Strategie-Minister in der ersten Amtszeit des Präsidenten Rafael Correa (2007-2017). In der zweiten Amtszeit Correas übernahm er die Vizepräsidentschaft. Staatschef Lenin Moreno distanzierte sich nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Glas vom Vizepräsidenten und entband ihn Anfang August von allen Regierungsaufgaben. Correa unterstützte dagegen seinen ehemaligen Minister und Vize und bezichtigte Moreno der politischen Verfolgung und des Verrats.

Seit 2013 Vizepräsident

Glas ist seit 2013 Vizepräsident und der bislang ranghöchste Politiker, der in Lateinamerika im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um den Konzern Odebrecht verurteilt wurde. Er soll die Schmiergelder über einen Onkel erhalten haben, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt.

Der brasilianische Bauriese Odebrecht steht im Zentrum eines weitverzweigten Korruptionsskandals, der derzeit mehrere Staaten Lateinamerikas erschüttert. Die Ermittlungen gegen den brasilianischen Konzern begannen 2014 und förderten nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. Odebrecht ist auch in die Korruptionsaffäre um den staatlichen brasilianischen Ölkonzern Petrobras verwickelt.

kle/gri (afp, rtr, dpa)