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Politik

Ecuadors neuer Presidente: Rafael Correa

Er ist gegen die USA, gegen Korruption und gegen das politische System seines Landes. Der neue ecuadorianische Präsident Rafael Correa leitet sein Tun aus einer Anti-Haltung ab.

Der neue ecuadorianische Präsident Rafael Correa feiert seinen Wahlsieg mit Ehefrau Anne Malherbe

Selbstbewusst für die Schwachen und Ausgeschlossenen: Rafael Correa mit Ehefrau Anne Malherbe

Er ist der Achte in zehn Jahren: Rafael Correa ist neuer Präsident Ecuadors. Der linke Wirtschaftwissenschaftler gewann die Stichwahl deutlich gegen den konservativen Milliardär Alvaro Noboa, der in den Umfragen lange geführt hatte. Der 43-jährige Correa hatte im Wahlkampf mit seiner Partei Allianza Pais versprochen, für die Schwachen und Ausgeschlossenen einzustehen. Bei seinem Rivalen Noboa hatten Beobachter befürchtet, er könne das Präsidentenamt für private Zwecke nutzen. Gegen Korruption will sich Raphael Correa hingegen stark machen - nimmt man seine Wahlkampfparolen ernst.

Correa plant Parlaments- und Verfassungsreform

Correa plant, einen Verfassungskonvent einzuberufen und den Kongress, das ecuadorianische Parlament, zu reformieren. Ob er damit Erfolg haben wird, ist jedoch unklar: Eine verfassungsgebende Versammlung kann nur vom Parlament einberufen werden und darin verfügt der neu gewählte Präsident bisher über keine Anhänger. Aus Protest gegen das Einkammernsystem hatte die "Allianza Pais" bei den Parlamentswahlen im Oktober keine Kandidaten aufgestellt. Politisch hat Correa generell noch wenig Erfahrung: Er kann lediglich auf einige Wochen als Wirtschaftminister unter dem jetzigen Präsidenten Alfredo Palacios zurückblicken. An mangelndem Selbstbewusstsein scheint er jedoch nicht zu leiden: Seine Gegner werfen ihm Arroganz und Besserwisserei vor. Im Wahlkampf schwang er immer wieder einen Ledergürtel und schlug damit symbolisch auf die herrschende politische Elite ein.

Der neue Präsident Ecuadors, Rafael Correa

Arrogant oder ausreichend selbstbewusst? Correa bietet den USA die Stirn

"Die Nacht des Neoliberalismus" ist vorbei

Auch gegenüber den USA gibt sich der neue Präsident und Freund des venezolanischen Staatschefs Hugo Chavez widerspenstisch: Correa will das fast fertige Freihandelsabkommen mit Washington zu den Akten legen. Das Abkommen ängstigt unter anderem die ecuadorianischen Kleinbauern. Sie befürchten den Import billiger Agrarprodukte aus den USA. Correa aber hat das Wohl der heimischen Wirtschaft im Sinn. Die "illegitimen" Auslandsschulden seines Landes will er durch Verhandlungen mindern - notfalls auch durch ein Moratorium, also die vorübergehende Einstellung von Zins- und Kreditrückzahlungen.

Die internationalen Finanzorganisationen lehnt Correa ab. Er wendet sich gegen die Privatisierung der Wirtschaft im armen Ecuador: Das Land lasse "endlich die lange Nacht des Neoliberalismus hinter sich", sagte er am Sonntag (26.11.2006) auf einer Pressekonferenz. Um die Wirtschaft jedoch nicht zu sehr zu verschrecken, versprach er gleichzeitig, den US-Dollar als einzige Währung in Ecuador beizubehalten.

Englisch, Französisch und Quechua

Correa Presidente ist auf eine Wand gesprayt

Am 15. Januar ist Amtseinführung - ob Correa seine Versprechen halten kann?

Rafael Correa kommt aus einer Mittelschichtsfamilie aus Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors. Wirtschaftswissenschaften hat er unter anderem in den USA und in Belgien studiert. Fließend spricht er Englisch und Französisch, gebrochen kann er auch die Indio-Sprache Quechua. Correa ist mit der Belgierin Anne Malherbe verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn.

Der neue Presidente wird es nicht leicht haben im unruhigen Ecuador. Seine drei Vorgänger wurden vorzeitig aus dem Amt gejagt. Er fängt jetzt erst einmal an: Am 15. Januar wird Rafael Correa in sein Amt eingeführt. (sug)

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