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Sport

Ecuador will den Gruppensieg, Polen den würdevollen Abgang

"Si, se puede" - "Es geht doch": Mit diesem Schlachtruf wollen die Fans aus Ecuador ihre Mannschaft anfeuern, damit sie Deutschland schlägt. Für Polen und Costa Rica steht dagegen nichts mehr auf dem Spiel.

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Blau-gelber Ehrgeiz: Ecuador hat Costa Rica aus dem Turnier gekickt

Ein Sieg gegen den WM-Gastgeber, und die Stimmung unter den 13 Millionen Einwohnern von Ecuador, die nach dem erstmaligen Achtelfinal-Einzug ihrer Fußball-Nationalmannschaft ("La Tri") ohnehin aufgeheizt ist, würde wohl endgültig explodieren. "La Tri hat Platz eins im Blick", titelte die Zeitung La Hora vor dem Spiel um den Gruppensieg schon verheißungsvoll und behauptete: "Ecuador ist in die Köpfe der Deutschen eingedrungen."

Ecuadors Botschafter Horacio Sevilla Borja freut sich riesig auf das WM-Spiel seines Landes gegen Deutschland: "Es soll ein schönes Spiel mit schönem Fußball werden", sagte seine Ehefrau Elcira am Montag (19.6.2006) in Potsdam. Die Botschaft rechnet in Berlin mit bis zu 14.000 Ecuador-Fans, 4000 seien aus dem südamerikanischen Land angereist und hätten eine Karte fürs Stadion, sagte ein Sprecher.

WM Fußball Ecuador Nationalmannschaft

So gut wie bei dieser WM war das Team von Ecuador noch nie

Ecuador gegen Deutschland - das gab's noch nie

Für Jürgen Klinsmann ist die Partie gegen Ecuador ein kleines Jubiläum - nämlich sein 30. Länderspiel als Bundestrainer. Erstmals bei diesem Turnier kann Klinsmann auf alle WM-Spieler in seinem Kader zurückgreifen. Die Sperre für Mike Hanke ist abgelaufen, der Wolfsburger Stürmer könnte zu seinem WM-Debüt kommen. Allerdings sind Michael Ballack, Christoph Metzelder und David Odonkor seit dem Spiel gegen Polen mit Gelb vorbelastet. Eine weitere Gelbe Karte würde eine Sperre im Achtelfinale nach sich ziehen.

Auch wenn Deutschland noch nie gegen Ecuador gespielt hat: Rein statistisch stehen die Chancen für einen Sieg nicht schlecht, denn die deutsche Nationalmannschaft weist eine beachtliche WM-Bilanz gegen Mannschaften aus Südamerika auf. Von 15 Begegnungen bei WM-Endrunden wurden zehn gewonnen, drei endeten unentschieden und nur zwei gingen verloren. Klinsmann warnt aber, das Spiel werde knochenhart: "Da gibt es auf die Socken, wie wir Fußballer sagen", warnte der 41-Jährige in Berlin. "Wir erwarten eine sehr kampfbetonte Partie."

Imagepflege auf dem Rasen

WM 2006 - Spieler - Polen - Artur Boruc

Polens Torwart Artur Boruc nach der 0:1-Niederlage gegen Deutschland

Für Polen und Costa Rica dagegen sind die Koffer bereits gepackt und die Rückflugtickets gebucht. Trotzdem müssen die Teams noch ein WM-Spiel gegeneinander bestreiten, das so genannte Match um die "Goldene Ananas" - oder die "Petersilien-Partie", wie die Polen sagen. Nachdem beide ihre ersten zwei WM-Spiele gegen Deutschland und Ecuador verloren haben, sind sie vor der dritten Partie bereits ausgeschieden. Aber beide Mannschaften wollen am Dienstag in Hannover mit einem Sieg beweisen, dass sie zu Recht bei der WM waren. Polens Stürmer Maciej Zurawski verkündete: "Für uns ist es ein Spiel um alles - um unser Gesicht, um zu zeigen, dass wir bei der WM gewinnen und Tore schießen können."

Trainer Pawel Janas hat auch einige personelle Veränderungen angekündigt. Sicher ist, dass Mittelfeldspieler Radoslaw Sobolewski wegen seiner gelb-roten Karte aus der Partie gegen Deutschland fehlen wird. Ihn könnte Routinier Miroslaw Szymkowiak ersetzen - oder aber Janas baut auf einen jüngeren Spieler wie Piotr Giza von Cracovia Krakau.

Janas auf dem Schleudersitz

WM Fußball Costa Rica Fans in San Jose

Die Mannschaft von Costa Rica will bei den Fans einiges wieder gutmachen

Für Janas geht es um seinen Arbeitsplatz: Während sein costaricanischer Kollege Alexandre Guimaraes bis 2010 weiterarbeiten darf, kann den umstrittenen Janas nach dem vorzeitigen WM-Aus nur noch ein überzeugender Sieg retten. Assistenztrainer Edward Klejndinst räumt ein, dass das Turnier nicht so verlaufen ist, wie Polen das geplant hat, beharrt aber darauf, dass das Team seinen Stolz hat: "Die Jungs wollen unbedingt ihr letztes Spiel gewinnen und werden 200 Prozent geben." Auch bei Costa Rica herrscht Enttäuschung über die bisherige Vorstellung bei dem Turnier. Das Spiel ist die Chance auf Wiedergutmachung - zumindest teilweise. "Wir haben die Fähigkeit, es besser zu machen, als wir es bisher gemacht haben", sagt Mannschaftskapitän Mauricio Solis. Stürmer Paulo Wanchope sagt, das Spiel gegen Polen biete die Möglichkeit, das Turnier zumindest mit drei Punkten zu verlassen. Er betont: "Es ist noch immer ein WM-Spiel." (reh)

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